«Bleus» wieder in der Krise: Aus für Blanc?
Paris (dpa) - 07.02.2012, 15:51 Uhr
Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc verliert immer mehr an Rückhalt. Foto: Christophe Karaba
Kuriose Krise bei der Fußball-Nationalmannschaft Frankreichs: Trotz einer fabelhaften Serie von 17 Spielen ohne Niederlage liegen sich Trainer Laurent Blanc und FFF-Verbandsboss Noël Le Graët mächtig in den Haaren. Drei Wochen vor dem Testspiel der «Bleus» gegen Deutschland in Bremen (29. Februar) werden Erinnerungen an die Chaos-WM der Franzosen in Südafrika wach. Nach der Zuspitzung des Konflikts um den Vertrag des Trainers in den vergangenen Tagen behauptete die Wochenzeitung «Le Journal de Dimanche» nun sogar: «Die Scheidung ist perfekt». Blanc werde spätestens nach der EM im Sommer seinen Hut nehmen müssen. Beobachter fürchten jetzt, die sich zuspitzende Affäre könne die Vorbereitung der «Équipe tricolore» auf die Europameisterschaft im Juni in Polen und der Ukraine erheblich stören. Das Fachmagazin «France Football» spricht in der Titelstory von einer «Zeitbombe». Der frühere langjährige Bayern-Profi Bixente Lizarazu hatte schon vor Tagen gewarnt: «Man fragt sich, ob diese Situation der Leistung der "Bleus" bei der Euro nicht schaden wird.»
Der Trainer und Le Graët räumten «Timing-Differenzen» ein. Der Verband möchte auf jeden Fall die EM abwarten, um erst dann zu entscheiden, ob der bis Juni laufende Vertrag verlängert wird. Der 46-jährige Coach, der 2010 bei seinem Wechsel von Girondins Bordeaux zur Nationalelf auf viel Geld verzichtete, betrachtet das, so Medien, als Affront. Es gehe im Konflikt Blanc-Le Graët aber auch um einen Machtkampf, heißt es. Probleme zwischen den beiden habe es schon bei der Wahl des EM-Quartiers und Blancs Werbeverträgen gegeben. Le Graët ist auch Blancs Manager Jean-Pierre Bernès ein Dorn im Auge. Der 54 Jahre alte mächtigste Fußball-Agent Frankreichs betreut nämlich auch viele Nationalspieler, darunter FC-Bayern-Star Franck Ribéry und Samir Nasri von Manchester City. Der mögliche Interessenkonflikt rief auch das Sportministerium auf den Plan. |