Skibbes skurrile Rechnung: «Zuletzt drei Siege»
Berlin (dpa) - 07.02.2012, 14:24 Uhr
Trainer Michael Skibbe rechnet im DFB-Pokal mit leistungsstärkeren Hertha-Akteuren. Foto: Sebastian Kahnert
Die Rechnung des sieglosen Hertha-Trainers Michael Skibbe klingt skurril. «Wir sind in einem anderen Wettbewerb. Und da haben wir drei Spiele hintereinander gewonnen», erklärte der neue Chefcoach vor dem Pokal-Viertelfinale seiner Berliner gegen Borussia Mönchengladbach. Nach neun erfolglosen Liga-Spielen und dem Absturz an den Rand der gefürchteten Abstiegszone sieht sich Hertha gegen die Liga-Überflieger aus Gladbach als Außenseiter, aber nicht chancenlos. Neuer Mut muss her - im Training ließ Skibbe Football spielen. «Wir werden alles tun, um die Situation zu nutzen», erklärte Michael Preetz. Der Manager, seit 1996 als Profi und später als Entscheider bei Hertha, spürt am besten die «große Sehnsucht» in Berlin. Endlich einmal beim großen Fußballfest am 12. Mai im eigenen Stadion dabei sein. Vor 31 Jahren war den Berlinern letztmals der Einzug in ein Pokal-Halbfinale geglückt. Die beiden bisher einzigen Endspiel-Teilnahmen datieren sogar von 1977 und 1979, klammert man den Siegeszug der Hertha-Amateure bis ins Finale 1993 aus. «Es ist eine große sportliche Herausforderung», sagte Skibbe.
Denn die aktuelle Borussia um Jungstar Marco Reus hält in dieser Saison nicht nur mit den deutschen Branchenführern wie Bayern und Dortmund mit. Die «Fohlen» haben auch eine große Cuptradition: Dreimal DFB-Pokalsieger, dazu noch zwei weitere Endspielteilnahmen. Nach dem Abschlusstraining am Dienstag stand für den Borussen-Tross der Flug nach Berlin auf dem Programm. Und die Vorfreude auf das Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen Schalke 04 hat Trainer Lucien Favre erst einmal zurückgestellt: «Jetzt zählt nur Berlin.» Natürlich werden an diesem Mittwoch (19.00 Uhr/Sky) auch wieder alle Augen auf den Schweizer gerichtet sein. Über zwei Jahre hatte er bei der Hertha gearbeitet, sein Rauswurf war mit vielen unschönen Nebengeräuschen verbunden. Inzwischen gewann Favre mit Gladbach schon in der Liga bei Hertha 2:1; für Preetz ist die Sache von damals Geschichte. «Ich werde ihn begrüßen wie jeden anderen auch. Es gibt überhaupt kein Problem mit Lucien Favre», betonte der Manager. |