Stuttgart (dpa) - 30.01.2012, 12:45 Uhr

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Der schmeichelhafte Vergleich mit dem FC Barcelona rang Lucien Favre nur ein mildes Lächeln ab. «Aber bitte», sagte Borussia Mönchengladbachs Trainer nach dem souveränen 3:0 (1:0) beim bisherigen Angstgegner VfB Stuttgart.
Der katalanische Kult-Club mit seinen Ausnahmekickern Lionel Messi, Xavi oder Andrés Iniesta bleibt für die Rheinländer wohl für immer außer Reichweite. Aber das direkte, schnelle und präzise Passspiel der Borussen ähnelt doch verblüffend dem schwindelerregenden spanischen «Tiki Taka».
Favre, der aus dem fast sicheren Absteiger binnen weniger Monate einen Meisterschaftsaspiranten geformt hat, weiß, dass er die Qualität seines Teams nur noch um Nuancen steigern kann. «Es wird schwer, besser zu spielen», sagte der Schweizer nach seinem 50. Sieg in der Fußball-Bundesliga. «Wir können noch ein paar Details verbessern, uns da weiter entwickeln.»
Was die individuelle Klasse anbelangt, kann der Tabellenvierte mit den weitaus prominenter bestückten Kadern von Bayern München, Borussia Dortmund und FC Schalke 04 nicht konkurrieren. Diesen Nachteil gegenüber dem nur einen Punkt vor ihm liegenden Spitzentrio gleicht Gladbach durch beeindruckende Geschlossenheit, spielerische Reife und einen fast schon perfektionierten Konter-Fußball aus.
«Wir spielen als Team überragend, das ist unsere Stärke», erklärte der nicht nur wegen seines zwölften Saisontores (81. Minute) stark auftrumpfende Marco Reus. «Jeder kämpft für den anderen.» Ein weiteres Plus ist der problemlose Personalwechsel. Igor de Camargo ersetzte den mit einem schmerzhaften Pferdekuss ausgewechselten Mike Hanke nahtlos und erzielte das 3:0 (84.) zum in dieser Höhe verdienten Sieg. Auch wenn es kaum vorstellbar scheint, sind die Borussen ein ernsthafter Titelkandidat, sofern sie diese Klasse konservieren können.