Lahm und Kroos sehen nur einen ernsthaften Konkurrenten im Kampf um die Meisterschale: Borussia Dortmund. «Die Dortmunder machen den stabilsten Eindruck», betonte Lahm. «Dortmund ist nach uns die Mannschaft mit der meisten Qualität», meinte Kroos. Der Vorsprung der Bayern auf den deutschen Meister beträgt lediglich drei Punkte. Die Gladbacher schätzt Kroos trotz deren fulminanter Hinrunde nicht «als direkten Meisterschafts-Konkurrenten» ein. Trotzdem werde es «ein schweres Auswärtsspiel». Besondere Brisanz bekommt die Partie durch Jung-Nationalspieler Marco Reus, der sich in der Winterpause gegen einen Wechsel nach München entschieden hatte und stattdessen im Sommer für 17,1 Millionen Euro nach Dortmund wechseln wird. «Wir tun gut daran, mit der ganzen Geschichte souverän umzugehen», mahnte Rummenigge. Einen Seitenhieb auf Reus mochte sich der Bayern-Chef dennoch nicht verkneifen: «Er hat sich für Dortmund entschieden, das müssen wir akzeptieren - und es ist aus seiner Sicht auch einfacher. Hier hätte er sich erst einmal durchsetzen müssen.» Man sei auf den Positionen von Reus mit Arjen Robben, Thomas Müller und Toni Kroos, dem Rummenigge «fast das Prädikat Weltklasse» zugestand, hervorragend besetzt. Besonders von Robben, der in der Hinrunde lange verletzt gewesen war, erhoffen sich die Münchner viel. «Ich wünsche Robben eine Rückrunde, wie er sie schon mal gespielt hat», sagte Rummenigge in Erinnerung an 2010, als der Holländer die Bayern mit Traumtoren ins Champions-League-Finale ballerte. Der lange verletzte Breno wird vorläufig weiter im Abseits stehen. Mit dem Vorwurf, Bayern mache «eine Sauerei» mit ihm, hat er sich weiter geschadet. Der Brasilianer sprach gegenüber Heynckes von einem «Missverständnis», entschuldigte sich bei Trainer und Teamkollegen. «Ich würde ihm zumindest mal die leicht Gelbe Karte geben», meinte Rummenigge und gab Breno einen gut gemeinten Rat. «Er sollte es in Zukunft lassen, zu twittern.» Man werde den 22-Jährigen aber weiter unterstützen, auch beim Verdacht der schweren Brandstiftung gegen den Profi. In der Mannschaft sei die Twitter-Nachricht kein großes Thema gewesen. «Das ist ein kleines Gezwitscher gewesen», meinte Lahm.
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