Somit erscheint es «ProFans» fraglich, ob sich die befragten Personen durch die suggestiven Fragestellung eine differenzierte Meinung zur Thematik bilden konnten. «Aufgrund dieser fragwürdigen Herangehensweise leisten die Ergebnisse der Studie keinerlei inhaltlich verwertbaren Beitrag. Vielmehr wirft dieses Vorgehen neue Fragen auf», kritisierte Philipp Markhardt, Sprecher von «ProFans». Aus Sicht der Initiative sei eine Legalisierung von Pyrotechnik weiter grundsätzlich möglich. «Wir fordern an dieser Stelle erneut die Rückkehr aller Beteiligten zur Sachlichkeit auf und stehen für seriöse, an Lösungen orientierte Gespräche bereit», kündigte Markhardt an. Hieronymus hatte zuletzt Fehler in den Gesprächen mit den Fans eingeräumt. Es wird interessant sein, ob sich die Protagonisten am Runden Tisch in Berlin näherkommen. Angesichts des von der Bundesregierung dokumentierten Höchststands gewaltbereiter Fans stehen DFB und DFL nun vor einem riesigen Spagat zwischen Konsequenz und Kompromissbereitschaft. «Es gibt eine Gruppe, die mit Prävention nicht zu erreichen ist. Das sind Feinde des Fußballs», sagte der designierte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in Barsinghausen. Doch Holger Hieronymus kündigte an: «Wir haben den Dialog nicht eingestellt und sehen auch keinen Grund dazu. Die Frage ist: Wie können wir verhindern, dass Werte im Fußball verloren gehen. Ein Fankodex könnte ein Mittel sein.» In verschiedenen Foren werden an den beiden Tagen rund 70 Referenten in Berlin mit den Fans diskutieren. «Wir werden auf dem Kongress über die Verhältnismäßigkeit der Mittel sprechen», kündigte Johannes Mäling an. «Dabei geht es geht um Polizeieinsätze ebenso wie um die Länge der Stadionverbote.» Der 2007 vom DFB mit Fans in Leipzig organisierte Kongress habe Ergebnisse gebracht, die aber aus Sicht der Fans in der Praxis nicht konsequent umgesetzt werden. So sei die Anhörungspflicht der Betroffenen im Falle von Stadionverboten oft nicht durchgesetzt worden. Und einen Schritt ging Niersbach im Vorfeld auf die Fans zu. Er werde sich dafür einsetzen, dass es in Bundesliga-Stadien weiterhin Stehplätze gibt: «Wir brauchen Stehplätze, dazu stehen wir.» Fanclubs hatten angekündigt, dass sie dabei keine Kompromisse eingehen würden.
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