Gefrusteter Edelreservist: Barrios erwägt Wechsel
Dortmund (dpa) - 20.12.2011, 12:36 Uhr
Lucas Barrios will nicht länger die Meister-Bank drücken. Foto: Friso Gentsch
Die Geste verriet mehr als tausend Worte. Während seine Dortmunder Mannschaftskollegen sich im Anschluss an das 4:1 beim SC Freiburg vor dem mit BVB-Fans gefüllten Tribünenblock feiern ließen, war Lucas Barrios schon auf dem Weg in die Kabine. Voller Frust über sein wochenlanges Reservistendasein mied der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte Torjäger das Bad in der Menge. Nicht auszuschließen, dass er in dieser Szene bereits innerlich von der Borussia Abschied nahm. «Ich weiß noch nicht, was ich mache», kommentierte er die vielen Wechselspekulationen via «Bild». Zwischen dem deutschen Meister und Barrios stehen die Zeichen auf Trennung. Nach unerfreulichen Wochen auf der Ersatzbank ist die Geduld des Südamerikaners aufgebraucht. Er will die Winterpause dazu nutzen, sich Gedanken über einen Vereinswechsel zu machen. Anders als bei den begehrten Jungstars Mario Götze und Mats Hummels scheint BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht gänzlich abgeneigt, einem Transfer zuzustimmen: «Wenn ein Spieler weg will, gebietet es der faire Umgang, über dieses Thema zu sprechen.»
Die Bereitschaft der Vereinsführung, den Torgaranten vergangener Jahre abzugeben, korreliert mit der Höhe der Ablöse. Dem Vernehmen nach wäre der Revierclub bei einer Summe ab zwölf Millionen Euro bereit, den vor zwei Jahren für 4,2 Millionen Euro vom chilenischen Erstligisten Colo Colo verpflichteten Angreifer ziehen zu lassen. Damit wäre eine finanzielle Basis geschaffen, um beispielsweise im Vertragspoker um Marco Reus mithalten zu können. Gerüchte über ein Interesse der Dortmunder an einer Verpflichtung des auch vom FC Bayern München umworbenen Nationalspielers aus Mönchengladbach halten sich hartnäckig. |