Nach Behörden-Ja: «Internet-Sportschau» erlaubt
Hannover (dpa) - 19.12.2011, 16:44 Uhr
Die Fernsehbilder von der Fußball-Bundesliga sind heiß begehrt. Foto: Andreas Gebert
Die Fans der Fußball-Bundesliga müssen ihre Sehgewohnheiten möglicherweise schon bald radikal umstellen. Ab sofort ist klar, dass eine «Sportschau» im Internet 2013 Realität werden könnte. Das deutsche Kartellamt und die Europäische Wettbewerbsbehörde haben dem Vermarktungsmodell der Deutschen Fußball Liga (DFL) zugestimmt. Eine der beiden angebotenen Varianten würde das Aus der klassischen «Sportschau» in der ARD bedeuten. Mit der nun erlaubten Ausschreibung will die DFL den Wettbewerb bei der Rechte-Vermarktung anheizen und mehr Geld für die Bundesligavereine herausholen. Bisher zahlt die ARD für ihr Rechtepakte pro Saison geschätzte 100 Millionen Euro, doch vor allem die großen Vereine wie Bayern München wollen immer mehr.
«Wir haben großes Interesse, die Rechte zu halten, aber nicht um jeden Preis», kommentierte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: «Die Bundesliga ist eine Volksliga und mit einer Highlight-Berichterstattung im Internet wäre diese Bedeutung gefährdet.» Der ARD-Mann sagte zu dem nun begonnenen Poker: «Trotz unseres Interesses sind wir allerdings auch gezwungen, sorgsam mit dem Geld der Gebührenzahler umgehen. Auch wenn wir das große Interesse unserer Zuschauer an der Bundesliga kennen, können wir es uns nicht erlauben, Mondpreise für die Rechte zu zahlen.» Nach mehreren Jahren bei den Privatsendern RTL und Sat.1 war der Bundesliga-Fußball 2003 zur «Sportschau» zurückgekehrt. |