Zu den Berichten über unsaubere Immobiliengeschäfte Makudis stellte das Exekutivkomitee fest, «dass alles in Ordnung ist, der Fall ist damit abgeschlossen». Im Fall des vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verwarnten Hayatou seien «keine Maßnahmen erforderlich», er sei «weiterhin ein hoch angesehenes Mitglied des IOC und auch der FIFA. Es besteht keine Notwendigkeit, eine Untersuchung einzuleiten, denn das Exekutivkomitee vertraut ihm und unterstützt ihn vorbehaltlos», so die Einlassungen Blatters. Diese Worte beweisen, wie sehr der im Oktober angeschobene vermeintliche Selbstreinigungsprozess der FIFA im Glaubwürdigkeitsdilemma steckt. Die Öffnung der brisanten Gerichtsakten in der ISL-Affäre verzögert sich. Zahlreiche Funktionäre, darunter auch Mitglieder der FIFA-Exekutive, sollen in den Bestechungsskandal um die Vermarktungsagentur verwickelt sein. Hatte Blatter damals ein 18-köpfiges unabhängiges Good-Governance-Gremium mit hochrangigen Persönlichkeiten aus der Welt des Fußballs, der Politik, der Sponsoren, der Medien angekündigt, wurden jetzt in Tokio in ein paar dürren Zeilen neun Namen veröffentlicht, die der FIFA zu einer verantwortungsvollen und transparenten Verbandsführung verhelfen sollen. Darunter sind der amerikanische Fußballverbands-Präsident Sunil Gulati, IOC-Mitglied Lydia Nsekera aus Burundi oder Anti-Korruptions-Experten verschiedener internationaler Unternehmen. Die Anti-Korruptions-Behörde Transparency International verweigert ebenso eine Zusammenarbeit mit dem neuen Komitee wie die international tätige und anerkannte Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE). Die Gründe: Zweifel an der Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Gremiums und Kritik an der Ernennung des Vorsitzenden Mark Pieth, eines renommierten Schweizer Strafrechtlers. Blatter aber vertraut darauf, dass mit der Kommission und den weiteren Task Forces die FIFA ihre «Glaubwürdigkeit zurückerhält». Auf die Frage, ob er auf das Jahr mit Bedauern zurückblicke und etwas anders machen würde, sagte der bis 2015 gewählte FIFA-Chef: «Bedauern ja, aber man kann nicht leben mit einem Bedauern. Wir sind sehr positiv, und ich habe immer noch die Energie nach vorne zu blicken und weiterzumachen bis zum Ende dieses neuen Mandates.»
Brasilianischer Fußballverband CBF
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