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Wunderkind will Messi vom Thron stürzen

Yokohama (dpa) - 16.12.2011, 15:26 Uhr

Beim Training mach sich Neymar schon für das Duell mit dem FC Barcelona warm. Foto: Kimimasa Mayama
Beim Training mach sich Neymar schon für das Duell mit dem FC Barcelona warm. Foto: Kimimasa Mayama

In seiner brasilianischen Heimat ist Neymar längst der Größte - auch für Pelé. Am Sonntag will der 19 Jahre alte Stürmer des FC Santos im Finale der Club-WM gegen FC Barcelona die ganze Welt von seinem Können überzeugen.

Nebenbei kann das neue Fußball-Wunderkind im direkten Duell auch noch Barcas viereinhalb Jahre älteren Superstar Lionel Messi im direkten Duell vom Thron des besten Fußballers stürzen. «Neymar ist besser als Messi. Er ist kompletter», meinte Brasiliens Legende Pelé, der mit Santos 1962 und 1963 den früheren Weltpokal gewonnen hatte, vor dem Showdown im japanischen Yokohama.

Auch Santos-Coach Muricy Ramalho schwärmt und hält sein Juwel «schon jetzt so gut wie Zidane». In einem lustigen Werbespot für ein Erfrischungsgetränk sagt Neymar einem Freund am Strand und inmitten hübscher Mädchen: «Wieso soll ich nach Europa wechseln? Hier habe ich alles, Sonne, Freunde, mein Getränk.» Und Geld: Nach einer Vertragsverlängerung verdient er 650 000 Euro im Monat. Mit Werbeverträgen verdoppelt er sein Einkommen locker.

Während das Duell in den spanischen Medien eher bescheidenen Platz einnimmt, spielen die Brasilianer verrückt. Beim Halbfinalsieg über den japanischen Meister Kashiwa Reysol (3:1) feierten Zigtausende in der Hafenstadt Santos, aber auch in anderen Städten am frühen Vormittag in Kneipen und Cafés. Auch USA-Trainer Jürgen Klinsmann kann es kaum erwarten. «So ein Spiel darf man nicht verpassen, den Neymar würde ich in meinem Team gern haben», sagte der Schwabe auf einem Fußball-Kongress in Rio de Janeiro.

Doch Santos ist nicht nur Neymar. Vor allem Mittelfeldmann Danilo (19) und Paulo Henrique Ganso (22) sind Supertechniker, die bald in Europa kicken dürften. Die Santos-Profis wollen es den Landsleuten von Internacional Porto Alegre nachmachen, die Barcelona 2006 mit 1:0 bezwungen und als vorerst letztes Team den Titel nach Südamerika geholt hatten. Danach gewannen mit dem AC Mailand, ManU, Barcelona und Inter nur europäische Topclubs.

Nicht nur die Erfahrung und die unsichere Santos-Abwehr sprechen für Barça. Auch die Statistik: In bisher fünf Spielen setzten sich die Spanier viermal, darunter dreimal gegen Pelé durch. Die Katalanen müssen zwar auf Stürmer David Villa verzichten, der sich beim 4:0-Sieg über Al-Sadd aus Katar das linke Schienbein gebrochen hatte, aber Stürmer Pedro verspricht: «Wir holen den Titel für David».


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