Für Miller war die Partie ein Schritt zurück in die Normalität, in einen Fußball-Alltag, der gerade für einen Ersatz-Torwart frustrierend sein kann und nur selten solche Höhepunkte bietet. Der Torwart, der im Sommer 2010 aus Karlsruhe gekommen war, ist in Hannover die Nummer zwei hinter Ron-Robert Zieler und hatte bisher noch kein Pflichtspiel für 96 absolviert. «Es war ein sehr bewegendes Jahr», sagte Miller. «Und das hier war ein richtig schöner Abschluss.» Durch seinen Umgang mit der Krankheit, einer mentalen Erschöpfung und einem beginnenden Burn-out, könnte Miller nun tatsächlich für manchen «eine Vorbildfunktion übernehmen», wie er selber sagte. «Wenn ich das kann, dann mache ich das gerne.» Möglicherweise ist das aber ein bisschen viel verlangt. Und zunächst einmal waren es ja ganz persönliche Momente, die er genießen durfte: Ein erstes Spiel mit seinen Kollegen nach langer Wartezeit und eine ausführliche Ehrenrunde, bei der er mit den anderen 96-Profis Präsente an die Fans verteilte. Dass Miller den Elfmeter von Roman Bezus (45.+1 Minute) nicht halten konnte, das war an diesem Abend schnell Nebensache. Genauso schnell vergessen wie die 96-Treffer von Konstantin Rausch (25.), Didier Ya Konan (33.) und Artur Sobiech (78.). In Erinnerung bleiben die berührenden Szenen nach dem Abpfiff.
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