Die Personalie des momentan brillierenden Podolski macht in der Karnevalsstadt aber nicht nur Spaß. Schließlich hat das Stürmer-Genie bei den Fans in Köln einen Heldenstatus. Kölns Manager Volker Finke baut aber für den Fall der Fälle schon mal vorsichtig vor. «Die Menschen müssen das Gefühl bekommen, dass die Zukunft noch vor uns liegt», philosophierte er jüngst in einem Interview des «Express». Man müsse auch mal Transferumsätze generieren und die besten Spieler verkaufen, wie es einst in seiner Zeit beim SC Freiburg war. «In Köln ist das schon schwieriger», erkannte Finke, fügte aber bezogen auf Podolski an: «Es ist ein Glück, ihn in Köln zu haben.» Für den 1. FC Köln ist Podolski eine Lebensversicherung in doppelter Hinsicht: sportlich und finanziell. Der 95-malige Nationalspieler schoss die Hälfte der bisher 26 Liga-Tore und damit den Club in sicheres Fahrwasser. Bleibt der 26-Jährige bis zum Ende seines Vertrages im Juli 2013, kann er ablösefrei gehen. Dies kann sich der mit 30 Millionen Euro in der Kreide stehende Traditionsclub eigentlich nicht leisten. Deshalb kündigte Finke an, nicht ohne eine Vertragsverlängerung mit Podolski in die neue Saison gehen zu wollen. «Man sollte das sachlich sehen. Wir werden die Personalie so besprechen, dass beide Seiten am Ende fair miteinander umgegangen sind», sagte Finke dem «Kicker». «Einen Konflikt herzustellen, ist lächerlich.» Die große Frage bleibt aber, was Podolski selber möchte. Spätestens nach seinem Scheitern im beinharten Konkurrenzkampf beim FC Bayern München (2006 bis 2009) gilt er als «Wohlfühl-Fußballer». «Die sportliche Qualität und die eigene Persönlichkeit müssen zusammenpassen», meinte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer beim TV-Sender Sky zu einem möglichen Wechsel zum FC Schalke. «Sportlich würde ich sagen Ja, persönlich weiß ich nicht, was er fühlt.» Bundestrainer Joachim Löw empfiehlt einen Wechsel zu einem europäischen Club. Davon hält Günter Netzer nichts, für den Schalke «ein idealer Kompromiss» sein könnte. Er könnte bei einem Spitzenverein spielen - und in seiner Heimatstadt wohnen bleiben.
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