Gedämpfte BVB-Stimmung - Aufregung um Barrios
Dortmund (dpa) - 12.12.2011, 13:49 Uhr
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hätte sich einen euphorischen Schlusspunkt 2011 im eigenen Stadion gewünscht. Foto: Marius Becker
Von einem rauschenden Fest konnte keine Rede sein. Das 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern drückte beim Weihnachtsessen der Dortmunder Profis nur wenige Stunden nach dem letzten Heimspiel des Meisterjahres die Stimmung. Bereits um Mitternacht leerte sich der Italiener. Und auch am nächsten Morgen überwog der Frust über den verschenkten Sieg. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte der Vorstoß von Lucas Barrios, der aus Frust über sein Reservistendasein laut über einen Vereinswechsel nachdachte. «Es ist nicht meine Absicht, weitere sechs Monate auf der Ersatzbank zu hocken. Ich bin 27 und habe für meine Zukunft noch andere Ziele», klagte er in der «Bild». Die Geduld des Torjägers scheint aufgebraucht. All seine Hoffnungen, nach langer Zwangspause und ausgestandener Muskelverletzung wieder in die Stammelf zurückzukehren, erwiesen sich bisher als Wunschdenken. Seinen Platz im Sturmzentrum nimmt der am Wochenende in Polen zum «Fußballer des Jahres» gewählte Robert Lewandowski ein. Deshalb kam Barrios in dieser Saison erst auf knapp 180 Einsatzminuten.
Jürgen Klopp fällt es immer schwerer, den auf einen Marktwert von 18 Millionen Euro taxierten Profi bei Laune zu halten. Ähnlich wie der Trainer bringt auch Sportdirektor Michael Zorc Verständnis für die Verärgerung des Edelreservisten auf, der gegen Kaiserslautern wegen einer Grippe fehlte: «Lucas ist unzufrieden, aber wir brauchen ambitionierte Profis.» Mit ungewohnt deutlichen Worten hatte Barrios bereits vor der Bundesliga-Partie gegen die Pfälzer in einem Interview mit dem argentinischen Internetdienst «TyC Sports» auf seine Degradierung reagiert. «Ich will wieder Fußball spielen und gebraucht werden. Geht das nicht beim BVB, muss ich zeitnah eine andere Richtung einschlagen», wurde der paraguayische Nationalspieler zitiert. |