Auf Zwanzigers Nachfolger warten Großbaustellen
Frankfurt/Main (dpa) - 07.12.2011, 09:41 Uhr
Der scheidende DFB-Präsident wird einige Baustellen hinterlassen. Foto: Wolfgang Kumm
Auf Theo Zwanzigers Nachfolger warten einige Großbaustellen: Die zunehmende Gewalt in den Stadien, die Ermittlungen gegen Schiedsrichter wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, der Dauerzwist mit Ex-Funktionär Manfred Amerell. Der künftige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes bekommt von seinem Vorgänger unangenehme Erbhöfe. Dabei hatte Zwanziger seinen überraschenden Rückzug auch mit den Worten begründet: «Ich sehe zumindest im nationalen Bereich für mich persönlich keine großen Herausforderungen mehr.» Zwanziger hat den größten Sportfachverband der Welt (6,75 Millionen Mitglieder) in seiner siebeneinhalbjährigen Amtszeit geprägt. Als erfolgreicher Gastgeber des «Sommermärchen» 2006 und der Frauenfußball-WM 2011 verschaffte er sich auch international Ansehen. Mit einer bewegenden Rede nach dem Suizid von Nationaltorwart Robert Enke erntete der 66-Jährige Jurist aus Altendiez bundesweit Respekt und Anerkennung. Als Krisenmanager bewies er oft sein Geschick, populäre Themen zu besetzen. Nicht immer agierte er dabei aber glücklich. Die zunächst geplatzte Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw bezeichnet er heute als seinen «großen Fehler».
Während Zwanziger im Manipulationsskandal um den Unparteiischen Robert Hoyzer noch umsichtig agierte, artete die Schiedsrichter-Affäre um Amerell und Michael Kempter zu seinem Dauerzwist aus, der den DFB immer wieder und noch belastet. Liga-Präsident Reinhard Rauball hofft nach dem geplatzten Mediationsverfahren nun, dass Zwanzigers Nachfolger das Thema vom Tisch bringt. Er sei dafür, persönliche Befindlichkeiten auf allen Seiten zurückzustellen, um eine Lösung im Sinne des Fußball zu finden. «Ich denke, dass ich auch in den internen Gremien so argumentiert habe und glaube, dass durch eine neue Positionierung in der Spitze sich auch andere Überlegungen breitmachen könnten. Aber das muss dann derjenige entscheiden, der bei dieser Wahl dann auserkoren ist», sagte Rauball. |