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Vogel gegen Ferguson: Ein Endspiel der Gegensätze

Stuttgart (dpa) - 06.12.2011, 09:46 Uhr

Basel-Coach Heiko Vogel hofft auf ein Wunder gegen ManUnited. Foto: Robert Ghement
Basel-Coach Heiko Vogel hofft auf ein Wunder gegen ManUnited. Foto: Robert Ghement

Als der große Sir Alex Ferguson 2008 seine 10. englische Meisterschaft gewann, arbeitete Heiko Vogel noch als Co-Trainer - beim FC Ingolstadt 04. Am Mittwoch begegnen sich beide nun nahezu auf Augenhöhe: Es geht in einem wahren Endspiel um das Weiterkommen in der Champions League.

Ferguson trainiert immer noch Manchester United, sein Kollege aus Deutschland inzwischen den FC Basel, und der Schweizer Meister benötigt für das Erreichen des Achtelfinals schon ein «Wunder» (Alex Frei) sprich einen Sieg im heimischen St. Jakob-Park. Ein Unentschieden wäre nicht genug.

«Der Traum wird gelebt, in 90 Minuten ist alles möglich», sagt Vogel. Sein Pathos klingt in diesem Fall nicht einmal übertrieben. Denn FC Basel gegen Manchester United, das bedeutet auch: der beliebteste Verein der kleinen Schweiz gegen den populärsten Club der ganzen Welt. Oder ein Team mit einem Marktwert von rund 41 Millionen Euro gegen eine Mannschaft, die in etwa auf das Zehnfache geschätzt wird (405). Und es ist nicht zuletzt auch das Duell zweier Trainer, wie sie auf diesem Niveau kaum unterschiedlicher sein könnten.

Vogel ist erst 36 und damit etwa halb so alt wie Ferguson (69). Geboren wurde er in Bad Dürkheim, gespielt hat er nur für den SV Edenkoben in der Regionalliga West. Neun Jahre lang trainierte er danach Jugendteams des FC Bayern München, ehe ihn Thorsten Fink als Assistent zunächst nach Ingolstadt mitnahm und dann auch nach Basel.

Seine große Chance kam mit Finks Wechsel zum HSV. Ursprünglich sollte Vogel beim FCB nur als Interimscoach einspringen, als großer Favorit auf den Chefposten galt der ehemalige Bundesliga-Profi Murat Yakin vom FC Luzern. Unter dem Deutschen gewann Basel seitdem aber neun von elf Spielen, so dass mittlerweile selbst Yakin sagt: «Die brauchen keinen neuen Trainer. Es ist schon beeindruckend, wie Heiko die Arbeit von Thorsten Fink nahtlos und erfolgreich weiterführt.»


Längst spricht nicht nur die Erfolgsserie für den unbekannten Coach, sondern auch das klare Meinungsbild innerhalb seines Teams. Der FC Basel ist eine gesunde Mischung aus ehemaligen Bundesliga-Spielern (Alex Frei, Marco Streller, Benjamin Huggel) und vielversprechenden Talenten (Xherdan Shaqiri, Valentin Stocker, Fabian Frei). Sie allen sprechen sich für Vogel aus.

«Ich habe einen Plan und bringe auch meine eigenen Ideen ein», sagt der 36-Jährige. Auch im «Spiel des Jahrhunderts» will er seine Chance nun selbstbewusst ergreifen. «Manchester ist eine der besten Mannschaften der Welt, aber der Glaube an einen Sieg ist da», betont Vogel. «Wir sind sicher nicht chancenlos.»

Eine Chance könnte darin liegen, dass ManU personell gehandicapt ist und dazu noch sehr stark unter Druck steht. In der Meisterschaft liegt der Titelverteidiger schon fünf Punkte hinter dem Stadtrivalen ManCity, im Ligapokal gab es zuletzt eine peinliche Heimniederlage gegen den Zweitligisten Crystal Palace. Ein Vorrunden-Aus in der Champions League wäre in dieser Situation fatal. Auf mindestens fünf gesperrte oder verletzte Stars wie Anderson, Carrick oder Hernandez wird Ferguson in Basel verzichten müssen und auch die Erinnerungen an das Hinspiel machen ihm nicht gerade Mut: Da schaffte der große Favorit nur durch ein Tor in letzter Minute noch ein 3:3.

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