Blatters Pläne: Profi-Schiedsrichter und Torkamera
Berlin (dpa) - 05.12.2011, 21:26 Uhr
FIFA-Präsident Joseph Blatter setzt mit seinen Forderungen den DFB unter Druck. Foto: Alessandro Della Bella
Joseph Blatter hat einiges vor. Die Torkamera könnte schon in der kommenden Saison kommen, bei der WM 2014 sollen nur Profi-Schiedsrichter pfeifen. Damit geht der FIFA-Präsident auf Konfrontationskurs zum Deutschen Fußball-Bund. Der DFB hat keine Profi-Referees. Im Interview der «Bild»-Zeitung setzt Blatter den DFB damit unter Zugzwang. Die international tätigen Referees aus Deutschland sind derzeit noch berufstätig. Für den 75 Jahre alten Schweizer sind die Referees einem «viel zu hohen Druck» ausgesetzt. Bei Fehlern werde man nicht mehr aufgestellt, da gehe es auch um Existenzängste. «Das ist ein Problem, das man in Deutschland anpacken muss. Die Italiener, Franzosen, Engländer - sie alle machen es richtig. Es kann nicht sein, dass Schiedsrichter einen Tag nach dem Spiel wieder an ihren Schreibtisch müssen», sagte Blatter, «sie brauchen Sicherheit, feste Profi-Verträge. Außerdem werden sie so von den Fans und Spielern auch mehr respektiert.»
Nach jahrelangem Zögern setzt sich der FIFA-Boss jetzt auch für die Torkamera ein. Das technische Hilfsmittel soll den Unparteiischen die Arbeit erleichtern und könnte schon in der kommenden Saison zum Einsatz kommen. «Mindestens eines dieser Hilfsmittel muss man jetzt zulassen - und das ist die Tor-Kamera. Es gibt inzwischen Systeme, die Genauigkeit, Schnelligkeit und das Unkomplizierte vereinen. Wir sind so weit, um diese Technik zu nutzen», erklärte Blatter. Das International Football Association Board (IFAB) werde im März 2012 in London über das Hilfsmittel abstimmen. «Wenn die finale Entscheidung getroffen wird, kann es ab der Saison 2012/13 eingesetzt werden.» |