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DFB berät am Mittwoch über Zwanziger-Nachfolge

Frankfurt/Main (dpa) - 05.12.2011, 14:17 Uhr

DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte am 2. Dezember seinen Rückzug angekündigt. Foto: Maurizio Gambarini
DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte am 2. Dezember seinen Rückzug angekündigt. Foto: Maurizio Gambarini

Die Landesverbandsvorsitzenden und das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes wollen am Mittwoch in Frankfurt/Main über die Nachfolge von Theo Zwanziger beraten. Den Termin bestätigte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

«Es wird am Mittwoch eine Zusammenkunft mit den Vertretern der Regional- und Landesverbände stattfinden, auf der die aktuelle Lage erörtert wird. Möglicherweise wird es danach mehr Klarheit geben», teilte Köttker in einer Presseerklärung mit. Zuvor hatte Rolf Hocke, Präsident des Hessischen Verbandes, der Nachrichtenagentur dpa über den anberaumten Termin gesagt: «Da werden wir Position beziehen.» Als Kandidaten für die Zwanziger-Nachfolge gelten DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der von Zwanziger ins Gespräch gebrachte frühere Präsident des VfB Stuttgart und IBM-Manager Erwin Staudt, sowie Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Im Machtkampf um die Nachfolge von Zwanziger schwanken die Landesverbandsvorsitzenden zwischen Niersbach und Staudt. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ist nicht mit einem klaren Votum zu rechnen. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach genießt große Sympathien als möglicher künftiger Chef des Deutschen Fußball-Bundes. Gleichzeitig hätten die Landesfürsten gerne einen Kandidaten, der wie bisher immer in der 111-jährigen Geschichte des größten Sportfachverbandes der Welt aus dem Amateurlager kommt.

So hält DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher, Fußball-Chef in Westfalen, sowohl Niersbach als auch Staudt für «respektable und kompetente Anwärter». Für Staudt spreche allerdings, dass er aus dem Ehrenamt komme. «Das ist seine große Stärke und sicherlich für viele Landesverbände ein Pro», meinte er. «Niersbach müsse unterdessen zwischen Pflicht und Verantwortung seinem Hauptamt gegenüber abwägen.» Der frühere Präsident des VfB Stuttgart, Staudt, gilt als Wunschkandidat Zwanzigers, der im Oktober 2012 sein Spitzenamt abgeben möchte.

Mit großer Enttäuschung und scharfer Kritik hat Schleswig-Holsteins Fußballchef Hans-Ludwig Meyer auf die plötzliche Rücktrittsankündigung von DFB-Chef Theo Zwanziger reagiert. «Das ist ein Schlag ins Gesicht - auch für uns in den Landesverbänden. Ich bin im SHFV auch bis 2014 gewählt und es kommt mir nicht in den Sinn, einfach vorher hinzuwerfen», sagte der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes (SHFV) der Nachrichtenagentur dpa.


Generell verdiene Zwanziger seinen hohen Respekt, aber von dessen Entschluss sei er «doch sehr enttäuscht», bekannte Meyer. «Er ist gewählt bis 2013, da kann er nicht sagen, er wolle nicht mehr und könne im deutschen Fußball nichts mehr bewegen - das kann ich überhaupt nichtnachvollziehen.» Auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe durch Zwanziger, bereits im Oktober 2012 als DFB-Präsident aufhören zu wollen, sei «denkbar ungünstig» gewesen. Meyer: «So einen Entschluss gibt man nicht während einer Weihnachtsfeier bekannt.»

Als Nachfolger gibt es nach Ansicht des Verbandschefs aus Schleswig-Holstein «nur einen vernünftigen Kandidaten» - Wolfgang Niersbach. «Er hat ein hohes Entrée bei der Liga und in den Verbänden. Und er ist als Mann der Medien natürlich äußerst geschickt», sagte Meyer über den DFB-Generalsekretär. Und ergänzte: «Das ist ein Mann, zu dem man hoch schauen kann. So einen brauchen wir an der Spitze des DFB.»

Zwanziger hatte am 2. Dezember überraschend angekündigt, voraussichtlich zum Oktober 2012 sein Amt beim größten Sportfachverband der Welt niederzulegen. Da seine Amtszeit erst im November 2013 abläuft, müsste ein außerordentlicher Bundestag über den neuen DFB-Boss entscheiden. Bei der Wahl haben die Vertreter der Amateure 172 Stimmen, die des Profifußballs 74.

Landesverbände des DFB

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