Hansa Rostock ermittelt vier Krawalltäter
Rostock (dpa) - 22.11.2011, 14:54 Uhr
Gegen den FC St. Pauli wurden im Hansa-Fanblock unter anderem Transparente abgebrannt. Foto: Robert Schlesinger
Nach den skandalösen Ausschreitungen im Heimspiel gegen den FC St. Pauli hat Fußball-Zweitligist Hansa Rostock juristische Schritte gegen vier mutmaßliche Gewalttäter angekündigt. «Wir werden gegen diese Leute Strafanzeige stellen und mit allen juristischen Mitteln vorgehen, die uns zur Verfügung stehen», sagte Hansas Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann der Nachrichtenagentur dpa. Nach ersten Auswertungen des zur Verfügung stehenden Materials wurden bisher vier Täter identifiziert, die zudem Stadionverbot erhalten sollen. Die Ermittlungen des Vereins und der örtlichen Polizei gehen weiter. Hansa ist vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgefordert worden, bis zum Mittwochmittag eine Stellungnahme zu den Vorkommnissen abzugeben. «Ich gehe davon aus, dass frühestens Ende dieser, aber eher Anfang nächster Woche ein Urteil feststeht», sagte Hofmann. Über das zu erwartende Strafmaß wollte der Hansa-Vorstand nicht spekulieren. Als Wiederholungstäter droht dem Club eine harte Strafe wie eine Platzsperre oder ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Vorwürfe, der Fanbeauftragte des Vereins würde sich nicht kooperativ gegenüber der Polizei verhalten, wies Hofmann unterdessen energisch zurück. «Er macht seinen Job. Mit ihm haben wir in den vergangenen zwei Jahren einiges erreicht», sagte Hofmann. «Wir haben bewusst einen Mann ausgewählt, der aus der Fanszene kommt und höchst loyal zum Verein steht. Er soll unsere Botschaften transportieren, ist aber nicht für die Sicherheit zuständig.» Und die Sicherheitsprobleme reißen nicht ab. Die Polizei bestätigte einen Bericht der «Frankfurter Allgemeine Zeitung», nach dem es Personen aus dem Umfeld der Hansa-Fanszene waren, die in der Nacht zum Samstag das Polizeihauptrevier in Rostock angegriffen hatten. Dabei wurden mehrere Fensterscheiben zerstört; es entstand ein Sachschaden von rund 5000 Euro. «Das ist auch für uns hier eine neue Form der Fankultur», sagte Polizeisprecherin Yvonne Hanske der «FAZ». |