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Zwanziger will bei Amerell und Kempter vermitteln

Frankfurt/Main (dpa) - 27.10.2011, 13:28 Uhr

DFB-Präsident Theo Zwanziger will den Streit schnellstmöglich schlichten. Foto: Wolfgang Kumm
DFB-Präsident Theo Zwanziger will den Streit schnellstmöglich schlichten. Foto: Wolfgang Kumm

DFB-Boss Theo Zwanziger hat vor einer Eskalation der juristischen Dauer-Fehde zwischen Ex-Funktionär Manfred Amerell und dem früheren FIFA-Schiedsrichter Michael Kempter gewarnt.

«Der Fall ist sensibler, als mancher denkt», sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview der «Rhein-Zeitung». Der DFB wolle deshalb zwischen Amerell und Kempter vermitteln.

«Wir müssen doch zumindest einen Versuch starten, dass es hier zu einer irgendwie gearteten Einigung kommt oder eben das Schlimmste verhindert wird. Daran arbeiten wir jetzt seit vier Monaten», sagte Zwanziger. Er hoffe darauf, dass «zwei Menschen, die sich einmal ganz gut verstanden haben, wieder in einer vernünftigeren Form miteinander umgehen können.»

Kempter hatte Amerell sexuelle Nötigung vorgeworfen, was der Ex-Schiedsrichter-Obmann stets bestritten hat. Nachdem Amerell im folgenden Gerichtsstreit finanzielle Unregelmäßigkeiten bei seinem einstigen Schützling aufgefallen waren, löste er mit einer Anzeige bei der Finanzdirektion Augsburg die jüngste Schiedsrichter-Affäre aus.

Zwanziger rechnet damit, dass Amerell in Zukunft weitere unliebsame Dinge der Öffentlichkeit präsentiert. «Nach allem, was bislang geschehen ist, kann ich das beim besten Willen nicht ausschließen», sagte Zwanziger.


Derzeit ermittelt die Staatsanwalt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen etwa 20 Unparteiische. Darunter befinden sich FIFA-Referee Felix Brych, mindestens zwei weitere Bundesliga-Referees sowie Michael Kempter. Zwanziger sieht dies jedoch gelassen. «Ich gehe davon aus, dass bei den allermeisten Fällen eher wenig oder überhaupt nichts herauskommen wird. Im Moment belastet mich dieser Sachverhalt weniger», sagte er.

Dass Kempter bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 23 750 Euro verurteilt worden war, habe der DFB erst im April dieses Jahres erfahren. «Zu einem Zeitpunkt also, an dem gar keine Entscheidung darüber anstand, ob Herr Kempter, der im April 2010 sein bislang letztes Spiel gepfiffen hat, zu einem möglichen späteren Zeitpunkt noch einmal zum Einsatz kommt», erklärte Zwanziger. Derzeit sei dieser Vorgang für den DFB daher irrelevant, so Zwanziger: «Er wird aber sicher bei der abschließenden Persönlichkeitsbeurteilung von Kempter eine Rolle spielen.»

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