Die Ermittlungen sollen durch eine Anzeige von Amerell bei der Bezirksfinanzdirektion Augsburg ausgelöst worden sein. Dem ehemaligen DFB-Schiedsrichter-Obmann waren im Rechtsstreit mit Kempter nach eigener Einschätzung finanzielle Ungereimtheiten bei seinem früheren Schützling aufgefallen. Kempters Anwalt Christoph Schickhardt bestätigte am Dienstag, dass gegen seinen Mandanten ermittelt wird. «Michael Kempter ist einer der Betroffenen des Verfahrens, das kann ich bestätigen», sagte Schickhardt auf dpa-Anfrage. Kempter war bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 23 750 Euro verurteilt worden. «Dabei handelt es sich um ein Verfahren, dass zehn Jahre zurückliegt», betonte Schickhardt. Zu Berichten über eine angebliche Durchsuchung der Privaträume Kempters am Montag in Sauldorf gab es unterschiedliche Darstellungen. Schickhardt dementierte: «Eine Hausdurchsuchung bei Herrn Kempter gab es nicht.» Dieser Darstellung widersprach Amerell, der nach eigenen Angaben als Augenzeuge vor Ort war. «Die Steuerfahndung war bei Michael Kempter im Anwesen und darüber hinaus in der Arbeitsstelle», sagte der 64-Jährige. Schickhardt dementierte erneut eine Durchsuchung von Kempters Privaträumen. Auch in der Sparkasse, in der Kempter arbeitet, habe es keinerlei Durchsuchungsmaßnahmen gegeben. Nach Informationen von «Spiegel Online» sollen Ermittler in Anwesenheit von Kempters Steuerberater Einsicht in zahlreiche Finanzabrechnungen des in die dritte Liga versetzten Schiedsrichters genommen haben. «Dabei geht es aber keineswegs um kleine zweistellige Beträge. Die Summen liegen im fünfstelligen Bereich», sagte ein Ermittler «Spiegel Online». Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte am Dienstag drei Ermittlungsverfahren in ihrem Zuständigkeitsgebiet. Sprecherin Barbara Stockinger erklärte, dass es möglich sei, dass auch andere Staatsanwaltschaften Ermittlungen aufgenommen hätten. Auf Veranlassung der Münchner Behörde war am Montag die DFB-Zentrale in Frankfurt von Steuerfahndern durchsucht worden. Die Beamten nahmen Einsicht in Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich. «Der DFB hat sich kooperativ verhalten», sagte Stockinger. Sie stellte klar, dass der Verband nicht als Beschuldigter gelte.
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