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Kreise: Namhafte Bundesliga-Referees im Verdacht

München (dpa) - 25.10.2011, 13:40 Uhr

Gegen den ehemaligen Schiedsrichter Michael Kempter wird ermittelt. Foto: Franziska Kraufmann
Gegen den ehemaligen Schiedsrichter Michael Kempter wird ermittelt. Foto: Franziska Kraufmann

Neben Michael Kempter wird nach dpa-Informationen gegen weitere namhafte DFB-Schiedsrichter ermittelt, unter ihnen mindestens drei Bundesliga-Referees. Sie stehen unter dem Verdacht, Steuern hinterzogen zu haben.

Bei einigen habe es bereits Hausdurchsuchungen gegeben, hieß es. Die Männer werden verdächtigt, ihre Einnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben. Der Gerichtsstreit zwischen dem ehemaligen Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell und dem Unparteiischen Michael Kempter gilt als Hauptauslöser der Ermittlungen gegen mehrere deutsche Referees.

Der frühere FIFA-Referee Kempter sei ebenfalls Betroffener des Verfahrens, sagte sein Anwalt Christoph Schickhardt auf dpa-Anfrage. Berichte über eine angebliche Durchsuchung der Privaträume Kempters am Montag in Sauldorf dementierte Schickhardt aber.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte drei Ermittlungsverfahren in ihrem Zuständigkeitsgebiet. Sprecherin Barbara Stockinger erklärte, dass es möglich sei, dass auch andere Staatsanwaltschaften Ermittlungen aufgenommen hätten. Auf Veranlassung der Münchner Behörde war am Montag die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt von Steuerfahndern durchsucht worden. Die Beamten nahmen Einsicht in Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich. «Der DFB hat sich kooperativ verhalten», sagte Stockinger. Sie stellte klar, dass der Verband nicht als Beschuldigter gelte. Die Ermittlungen liefen schon einige Zeit.

«Es gibt keinerlei Vorwürfe gegen den DFB. Wir werden die Steuerbeamten bei den Ermittlungen selbstverständlich mit all unseren Möglichkeiten unterstützen. Die korrekte Versteuerung seiner Einnahmen obliegt jedem Schiedsrichter selbst», hatte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Montag erklärt.

Nach dpa-Informationen geht eine Vielzahl der Ermittlungen vor allem auf eine Gerichtsverhandlung zwischen Amerell und Kempter im Februar im baden-württembergischen Hechingen zurück, wie auch bereits die «Süddeutsche Zeitung» berichtet hatte. Amerell beklagte demnach im Laufe des Prozesses häufig wechselnde Angaben von Kempter. Amerell überprüfte diese auf ihre Plausibilität und wollte Ungereimtheiten erkannt haben - auch finanzieller Natur.


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