DFB hält sich in Steueraffäre weiter bedeckt
Frankfurt/Main (dpa) - 25.10.2011, 12:57 Uhr
Gegen den ehemaligen Schiedsrichter Michael Kempter wird ermittelt. Foto: Franziska Kraufmann
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält sich in der Steueraffäre um einige Schiedsrichter weiterhin bedeckt. «Man sollte die Ruhe bewahren. Wir regeln das intern», sagte DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Fandel wollte sich auf Nachfrage weder zu kolportierten Hausdurchsuchungen bei namhaften Referees noch zu möglichen Schutzsperren für die ins Visier der Staatsanwaltschaft geratenen Unparteiischen äußern. Nach dpa-Informationen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung gegen den früheren FIFA-Referee Michael Kempter sowie mindestens drei Bundesliga-Schiedsrichter. «Michael Kempter ist einer der Betroffenen des Verfahrens, das kann ich bestätigen», sagte sein Anwalt Christoph Schickhardt auf dpa-Anfrage. Berichte über eine angebliche Durchsuchung der Privaträume Kempters am Montag in Sauldorf dementierte Schickhardt aber: «Eine Hausdurchsuchung bei Herrn Kempter gab es nicht.»
Zu solchen «Zwangsmaßnahmen» bestehe kein Anlass, «weil wir mit völlig offenen Karten spielen und den Behörden alles transparent darlegen». Zu den konkreten Vorwürfen gegen seinen Mandanten wollte sich Schickhardt nicht äußern. Kempter war bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 23 750 Euro verurteilt worden. «Dabei handelt es sich um ein Verfahren, dass zehn Jahre zurückliegt», betonte Schickhardt. In einem internen Protokoll der Schiedsrichter-Kommission heißt es: «Das Aussprechen von Schutzsperren durch den DFB erfolge - unabhängig davon, welcher Schiedsrichter betroffen sei - immer dann, wenn durch die Staatsanwaltschaft ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.» Zuletzt war dies im Zuge des Wettskandals 2009 der Fall gewesen, als der DFB zwei Unparteiische mehrere Wochen lang nicht angesetzt hatte. Zuvor waren ihre Namen in den Ermittlungsakten der Bochumer Staatsanwaltschaft aufgetaucht.
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