Neun Minuten nach seinem zweiten Champions-League-Treffer tauchte Kroos erneut vor dem Kasten der Gastgeber auf, bekam diesmal nach Vorlage von Bastian Schweinsteiger den Ball aber nicht unter Kontrolle. Während vom gefürchteten neapolitanischen Angriff zunächst nichts zu sehen war, verpassten Torjäger Gomez mit einem Distanzschuss und Vorbereiter Boateng mit feiner Volleyabnahme, die Führung der Gäste auszubauen. Wie aus heiterem Himmel und mit reichlich Münchner Mithilfe fiel der Ausgleich für die bemühten, aber keineswegs konsequent agierenden Gastgeber. Zuerst gab Kapitän Philipp Lahm auf der linken Abwehrseite keine gute Figur ab und ließ den agilen Christian Maggio zum Flanken kommen. In dessen flache Hereingabe rutschte Badstuber und fälschte den Ball unfreiwillig ins eigene Tor ab. Nationalkeeper Neuer war chancenlos, der Ball trudelte ins Netz. «Wir müssen hinten kompakter stehen, Neapel hat gezeigt, dass sie auch Fußball spielen können», meinte Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger in der Pause. Die harte Prüfung in der hitzigen Atmosphäre Süditaliens war für die Bayern noch lange nicht beendet. Längst waren die Neapel-Fans auch wieder erwacht und peitschten die SSC-Profis nach vorn. Immer wieder musste die Partie, in der es allein in der ersten Hälfte fünf Gelbe Karten gab, nach Nickeligkeiten unterbrochen werden. Die Bayern nutzten dann beste Chancen nicht, um erneut mit einem Blitzstart die Hausherren ins Hintertreffen zu bringen - wie Gomez beim Handelfmeter, nachdem Cannavaro einen Schweinsteiger-Schuss auch an den Arm bekommen hatte. Möglicherweise durch einen Laserpointer irritiert, schoss Gomez - gegen Hertha noch Zweifach-Torschütze - viel zu schwach. Fünf Minuten später verzog Thomas Müller bei einer Großchance. Die Überlegenheit schwand bei den Bayern zusehends, von der Flügelzange war nichts mehr zu sehen. Dribbel-As Franck Ribéry fiel lange Zeit einzig mit einer Schwalbe auf, für die er prompt verwarnt wurde. Gegen Ende drehte der Franzose etwas auf, zum Sieg reichte es aber nicht.
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