«Er ist einfach fantastisch», lobte der «Corriere dello Sport» den Deutschen, den die Sportblätter wegen seiner Durchschlagskraft «Panzer» und wegen seiner Kaltschnäuzigkeit «Killer» nennen. Sechs Tore in acht Einsätzen haben Medien, Fans, Mitspieler und Lazio-Trainer Edy Reja vollends überzeugt. Leider wurde Klose im Derby von einer Gruppe rechtsextremer Lazio-Fans vereinnahmt. Gegen die Roma hielt diese ein Transparent hoch mit der Aufschrift: «Klose mit uns» mit zwei runenartigen «S». Runenschriftzeichen wurden von den Nationalsozialisten für die Abkürzung SS verwendet. Dass Klose gleich in seinem ersten Stadtduell den entscheidenden Treffer erzielte, macht ihn in Rom unsterblich. Nach fünf Derby-Pleiten in Serie bescherte der Routinier Lazio den wichtigsten Sieg der Saison und machte seinem Trainer Reja das schönste Geschenk. Überglücklich fiel der Coach im Olympiastadion seinem Stürmerstar in die Arme. Zumal Reja ohne Klose seinen ersten Derby-Sieg gegen «Roma» wohl gar nicht mehr erlebt hätte. Vor wenigen Wochen hatte der Coach kündigen wollen, da er die Anfeindungen der Fans und einiger römischer Medien wegen seiner Pleitenserie im Derby satt hatte. Dass Reja sich noch umstimmen ließ, war nicht zuletzt Kloses Verdienst, hieß es in Italien. «Ich hoffe, dass dies zu einem Frieden mit den Lazio-Fans führt,» sagte Reja nach seinem ersten Derby-Erfolg, mit dem Lazio (11 Punkte) als Tabellenvierter bis auf einen Punkt an das Spitzenduo Juventus Turin und Udinese Calcio herankam. Der Coach und das Team schätzen Klose nicht nur wegen seiner Tore, mit denen dieser in den vergangenen Monaten praktisch alle Lazio-Erfolge im Alleingang sicherte, sondern vor allem dessen bescheidene Art. Dass Klose sich offensichtlich in der Ewigen Stadt wohlfühlt und bis zum Ende seiner Karriere für Lazio stürmen will, freute die Lazio-Fans fast so sehr, wie der Triumph über den Stadtrivalen am Abend zuvor.
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