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Wayne Rooneys Sperre trifft England ins Herz

London (dpa) - 14.10.2011, 15:28 Uhr

Wayne Rooney (l) wird von Wolfgang Stark nach seinem Foul vom Platz gestellt. Foto: KOCA SULEJMANOVIC
Wayne Rooney (l) wird von Wolfgang Stark nach seinem Foul vom Platz gestellt. Foto: KOCA SULEJMANOVIC

Schon acht Monate vor dem ersten Anpfiff blickt Fußball-England der Europameisterschaft mit Bangen entgegen. Nach der Vorrunden-Sperre für Stürmerstar Wayne Rooney ist die Hoffnung auf eine erfolgreiches Turnier rapide gesunken.

«Rooneys Sperre ist ein Stich in Englands Herz», sagte der frühere Profi Garth Crooks und brachte die Stimmung damit auf den Punkt. Ohne ihren Angreifer scheinen die Engländer nur halb so viel wert - ausgerechnet Rooney hat den «Three Lions» nun einen Bärendienst erwiesen.

Die Disziplinarkommission der UEFA in nyon hatte Rooney für drei Pflichtspiele gesperrt. Der Italiener wird in allen drei Vorrundenpartien bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine auf seinen wichtigsten Angreifer verzichten müssen. «Drei Spiele sind für England ein herber Rückschlag», kommentierte der frühere Nationalspieler Terry Butcher, «das Team erreicht ohne Rooney nicht annähernd das zuletzt gezeigte Leistungsvermögen.»

Der Rooney-Faktor überzeugt Englands Trainer Fabio Capello nicht. Der 65-Jährige hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, den Angreifer unabhängig von der zu erwartenden Sperre bis zur Europameisterschaft nicht mehr für die Anfangsformation zu nominieren. Medienberichten zufolge soll Capello sogar erwägen, den 25-Jährigen für das Turnier komplett aus dem Aufgebot zu streichen. «Capello überlegt, Rooney zurückzulassen», titelte der «Independent». Ex-Profi Garth Crooks meint, «es wäre sehr, sehr mutig von Fabio Capello, einen Spieler wie Wayne nicht zu nominieren».

Rooney war im letzten Qualifikationsspiel in Montenegro (2:2) nach einem bösen Tritt vom Platz geflogen. «Ich bin enttäuscht und schockiert», kommentierte Rooney nun die von der UEFA ausgesprochene Verbannung. Der vor den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 mit aufwendigen Werbekampagnen zum «Heilsbringer» stilisierte Rooney ist Englands neues Problemkind.


Die souveräne EM-Qualifikation des Weltmeisters von 1966 war angesichts des Aufruhrs um den skandalerprobten ManUnited-Profi Nebensache. Der Ärger über den Rotsünder und die Enttäuschung über die UEFA-Entscheidung ließen bei Fans und Experten kaum Vorfreude auf die EM aufkommen. «Ich bin absolut enttäuscht», ärgerte sich Mark Perryman vom Fanclubverband England Supporters Club, «mit seiner Unreife schadet Rooney dem gesamten Team.»

Unterstützung erhielt Rooney vom ehemaligen englischen Kapitän Alan Shearer. «Man könnte jeden anderen zu Hause lassen, aber nicht Rooney. Er ist Englands bester Spieler», so der einstige Klassestürmer von Newcastle United. «Wayne weiß, dass er alle im Stich gelassen hat und er wird hoffentlich daraus lernen.»

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