Schuss ins Glück: BVB feiert Edeljoker Perisic
Dortmund (dpa) - 14.09.2011, 13:08 Uhr
Das Tor von Ivan Perisic lässt Dortmund jubeln.
Welch ein Schlussakkord! Ausgerechnet der in der Bundesliga bisher torlose Joker Ivan Perisic bewahrte den Borussia Dortmund vor einem Fehlstart in die Champions League. Sein sehenswerter Volleyschuss in der 88. Minute zum 1:1 verzückte die Fußballfans. Vom Pechvogel zum Glückskind - ein Traumtor in höchster Not verhalf Perisic aus dem Schatten ins Rampenlicht. Als der Fehlstart des BVB in die europäische Königsklasse gegen den FC Arsenal unabwendbar schien, fasste sich der Neuzugang ein Herz und drosch den Ball aus 20 Metern zum 1:1 (0:1)-Endstand in den Winkel. Der fulminante Volleyschuss verwandelte die Dortmunder Fußball-Oper in ein Tollhaus und versetzte Jürgen Klopp in Hochgefühle. «Ich glaube, das Tor schafft es in jeden Champions-League-Trailer», schwärmte der BVB-Trainer. Umringt von zahlreichen Kameras und Mikrofonen ließ Perisic im Anschluss an die Partie den magischen Moment Revue passieren. «Das war ein perfektes Tor. Es macht mich glücklich, weil ich in der Bundesliga bisher wenig Fortune hatte», sagte der kurz vor seinem Treffer eingewechselte Kroate mit Verweis auf seine zwei Aluminium-Treffer in den bisherigen Erstligaspielen seines Teams.
Mit dem «atemberaubenden Last-Minute-Tor» (The Observer) steigen die Chancen des 5,5 Millionen Euro teuren offensiven Mittelfeldspielers vom FC Brügge, erstmals seit seinem Wechsel in die Startformation der Borussia zu rücken. Schon in seinen bisherigen Kurzeinsätzen hatte der teuerste BVB-Sommertransfer seine Gefährlichkeit stets angedeutet, war aber entweder an Pfosten, Latte oder dem Torhüter gescheitert. Trotz des ersehnten Erfolgserlebnisses war Perisic jedoch nicht wunschlos glücklich: «Wir haben zwei Punkte verschenkt, weil wir die bessere Mannschaft waren.» Immerhin konnte sich die Dortmunder Rasselbande mit der Erkenntnis trösten, die internationale Reifeprüfung auch ohne großen Erfahrungsschatz bestanden zu haben. Anders als bei der überraschenden 1:2-Heimpleite drei Tage zuvor gegen Hertha BSC fand sie zurück zu ihren Meistertugenden. Vor allem in den ersten 30 Minuten spielte sie groß auf und stürzte die Abwehr des Gruppenfavoriten um den deutschen Nationalspieler Per Mertesacker von einer Verlegenheit in die andere. |