1:0 für Juve im giftigen Fernduell mit Inter
Rom (dpa) - 12.09.2011, 11:15 Uhr
Die Inter-Spieler diskutieren mit Schiedsrichter Christian Brighi. Inter verlor die Partie mit 3:4 bei US Palermo.
Die erste Runde im giftigen Duell zwischen Juventus und Inter Mailand geht an den Rekordmeister aus Turin. Während Juve einen fulminanten 4:1-Sieg über den AC Parma feierte, leistete sich Inter in Palermo eine 3:4-Niederlage und damit einen Fehlstart in die neue Serie A-Saison. Zuvor musste sich Inter-Boss Massimo Moratti auch noch über Juves jüngste Attacke im Streit um den Meistertitel 2006 ärgern: Die Turiner fordern nach einem Bericht der «Gazzetta dello Sport» von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nun sogar Inters Ausschluss aus der Champions League. Der Vorstoß scheint aussichtslos, aber Juve will sich dennoch nicht mit der Aberkennung seines Meistertitels 2006 abfinden. Wegen der Liga-Manipulationen ihres damaligen Managers Luciano Moggi hatte der italienische Fußballverband (FIGC) den Turinern den Titel aberkannt und Inter zugesprochen. Im Rahmen des Zivilprozesses gegen Moggi und seine Komplizen in Neapel kamen dann aber abgehörte Telefongespräche ans Licht, die nach Meinung des FIGC-Chefanklägers Stefano Palazzi beweisen: Auch Inter hat unerlaubterweise Einfluss auf Schiedsrichter genommen.
Juve fordert nun Gleichbehandlung und die Aberkennung des Titels 2006 für Inter. Da die mutmaßlichen Vergehen jedoch verjährt sind, wies der Fußballverband Juves Klage ab. Die Turiner geben aber keine Ruhe und schalteten nun die UEFA ein. Juve fühlt sich in Italien ungerecht behandelt und fordert Gerechtigkeit auf europäischer Ebene. Der italienische Verband schweigt dazu, genauso wie Inter. Das nun auch noch das Team mit einer Pleite in die Saison startet, vermieste den «Interisti» vollends die Stimmung. «Das war zu wenig für unsere Ambitionen», klagte der neue Inter-Coach Gian Piero Gasperini. Die Abwehr war ein einziges Debakel, der neue Trainer steht schon in der Kritik. Die «Gazzetta dello Sport» titelte bereits «Gasperinis Fehler». «Das war keine Frage des Systems», verteidigte sich Gasperini und erklärte die Niederlage mit «Unaufmerksamkeiten und Unkonzentriertheit». |