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Liga-Präsident Rauball erneuert Kritik an FIFA

Berlin (dpa) - 08.09.2011, 17:09 Uhr

Liga-Präsident Reinhard Rauball kritisiert das Verhalten der FIFA bei der WM-Vergabe.
Liga-Präsident Reinhard Rauball kritisiert das Verhalten der FIFA bei der WM-Vergabe.

Reinhard Rauball hat seine Kritik an der FIFA nach den Wirren um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 erneuert.

Der Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL) forderte am Donnerstag in Berlin, die FIFA bei der Aufarbeitung der zum Teil undurchsichtigen Vorgänge «gedanklich auf den Kopf zu stellen». Bei der Vergabe Anfang Dezember 2010 waren massive Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Mitglieder des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes aufgetaucht.

Rauball hatte der FIFA bereits kurz nach den WM-Vergaben fehlende Transparenz vorgeworfen. Nach immer neuen Enthüllungen um mögliche Bestechungen war der Verband weltweit in Erklärungsnot geraten. Dabei standen vor allem vier Exekutivmitglieder im Verdacht.

Der Katarer Mohamed bin Hammam, der seinen Kandidatur gegen Blatter im Kampf um den FIFA-Thron kurz vor der Wahl zurückgezogen hatte, wurde gar lebenslang gesperrt. Am 15. September wird sein Einspruch in Zürich verhandelt. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, hatte die FIFA zuletzt als «Korruptionsstadel» bezeichnet, war am Dienstag aber zurückgerudert.

«Die Vergangenheit muss aufgearbeitet werden», betonte Rauball, der der mächtigen FIFA durchaus zutraut, die Probleme adäquat aufzuarbeiten. «Das wird sicher geschehen», sagte der Präsident von Meister Borussia Dortmund in Berlin, wo er bei der SPD-Diskussion «Alles sauber oder was? Ethik und Moral im Sport» sprach.


Allerdings müssten Veränderungen her. Solo-Gänge bei wichtigen FIFA-Entscheidungen seien beispielsweise tabu, betonte Rauball: «Wichtig ist immer ein Vier-Augen-Prinzip.» Außerdem schlug er vor, ein Gremium im Stile eines Aufsichtsrats zu installieren.

Die Pläne der FIFA, Weltmeisterschaften künftig nicht von der Exekutive sondern des Kongresses vergeben zu lassen, kritisierte Rauball scharf. «Ich halte das für eine populistische Entscheidung», sagte er Ein vertretbarer Konsens sei bei einer derartigen Form kaum noch möglich.

Bei der Diskussionsrunde im Berliner Willy-Brandt-Haus kündigte zudem die Vorsitzende des Bundestag-Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), an, Korruption bei einem der nächsten Termine auf die Agenda zu setzen. Die Thematik werde am 28. September in einer öffentlichen Sitzung behandelt, betonte die Sportpolitikerin.

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