Babbel gegen alte Liebe: Keine Zeit für Gefühle
Berlin (dpa) - 25.08.2011, 12:55 Uhr
Hertha-Trainer Markus Babbel trifft auf seinen Ex-Club.
Den Liebesbeweis trägt Markus Babbel auf seinem linken Oberarm. Sein imposantes Tattoo zeigt auch das Vereins-Wappen des VfB Stuttgart, der als Babbel-Kontrahent zum Fußball-Bundesligaspiel nach Berlin kommt. «Ich bin dem VfB sehr dankbar», sagte der 38-Jährige zu seinen «fünf super Jahren» im Schwabenland. Im Schnelldurchlauf hatte Babbel 2009 in Stuttgart die schönen Zeiten (Champions League-Einzug) und schlechten Zeiten (Rauswurf) als Chefcoach kennengelernt. «Ich habe Fehler gemacht. Aber es war sehr wertvoll», bemerkte Babbel. Der Lernprozess des Trainer-Neulings soll nun Hertha am 4. Spieltag nach 747 Tagen endlich wieder einen Erstliga-Heimsieg bringen; Zeit für Gefühle bleibt da nicht. Zuletzt hatte der Berliner Club am 8. August 2009 in der Beletage auf eigenem Rasen gewonnen, dem 1:0 gegen Hannover waren 17 vergebliche Anläufe gefolgt; der letzte zum Saisonstart 2011/12 gegen den 1. FC Nürnberg (0:1). «Die Spieler müssen mit breiter Brust auflaufen», forderte Babbel.
Grund dafür sieht die sportliche Leitung nach den guten Auftritten in Hamburg (2:2) und Hannover (1:1) durchaus. Doch der erste «Dreier» nach dem Wiederaufstieg lässt bislang auf sich warten. Rund 50 000 Fans werden am Freitag (20.30 Uhr) im Berliner Olympiastadion erwartet. Mit dem Heimdruck könnten seine Spieler umgehen, glaubt Trainer Babbel, der sich nach dem geglückten Aufstieg auch eine Hertha-Flagge tätowieren ließ: «Wir haben es in der 2. Liga bewiesen.» Hatten zum Heimauftakt gegen den «Club» die neue Liga und die Erwartungen noch für eine Blockade bei den Hertha-Profis gesorgt, so erarbeitete sich der Aufsteiger zuletzt reichlich Chancen. Babbel will jetzt noch mehr Zielstrebigkeit von seiner Offensive sehen. Der 19-jährige Pierre-Michel Lasogga, Ausgleichs-Torschütze in Hannover zum 1:1, wird aber wohl auch gegen den VfB Joker bleiben. «Man muss dem Jungen Zeit lassen, sich an die 1. Liga zu gewöhnen», hatte Babbel nach Lasoggas erstem Bundesliga-Treffer in Hannover betont. |