FC Arsenal nach Fehlstart am Scheideweg
London (dpa) - 21.08.2011, 14:02 Uhr
Arsenal-Coach Arsène Wenger und sein Team konnten erneut nicht gewinnen.
Das Bild hatte Symbolcharakter: Arsenals Coach Arsène Wenger stand beim 0:2 (0:0) in der englischen Fußball-Eliteliga gegen den FC Liverpool in seiner blauen Teamjacke völlig durchnässt im Londoner Regen und schlug die Hand vors Gesicht. Selten hat man den Trainer des FC Arsenal in seiner fast 15-jährigen Schaffenszeit bei den «Gunners» so ratlos gesehen. Nach dem 0:0 bei Newcastle verpatzte Arsenal mit der Heimpleite vollends den Saisonstart. Ohne den am zum FC Barcelona zurückgekehrten Mittelfeldstrategen Cesc Fabregas fehlte es den Londonern gegen Liverpool wie auch in den vorangegangenen Partien bei Newcastle United und Udinese Calcio in der Champions-League-Qualifikation (1:0) an Ideen im Spielaufbau. Großes Verletzungspech verschärft die Situation beim dreimaligen Premier-League-Meister. Die als kritisch geltenden Fans buhten am Ende die Verlierer im Emirates Stadium unbarmherzig aus. Die Abwehrspieler Johan Djourou, Kieran Gibbs und Armand Traore sowie der ehemalige Dortmunder Tomas Rosicky im Mittelfeld standen nicht zur Verfügung. Der 19 Jahre alte Startelf-Debütant Emmanuel Frimpong sah zudem die Gelb-Rote Karte (70.). «Frimpongs Platzverweis zeigte die Risse bei Arsenals Zerfall», bilanzierte der «Independent». Ein Eigentor von Aaron Ramsey (78.) und ein Treffer des eingewechselten Liverpooler Stürmerstars Luis Suarez (90.) besiegelten die verdiente Niederlage. «Wir können im Moment nicht sagen, dass wir Glück haben», übte sich Arsène Wenger in Sarkasmus.
Der Franzose steht vor den wichtigen Spielen bei Udinese Calcio und Manchester United in der Premier League unter Zugzwang. «Wenger muss die Mannschaft umbauen, während die Uhr gnadenlos in Richtung Ende der Transferperiode tickt», forderte der «Daily Mail». Ähnlich sah die Misere BBC-Chefkommentator Phil McNulty: «Arsène muss jetzt handeln, die nächsten zehn Tage werden nicht über sein Schicksal bei Arsenal entscheiden, aber sie werden für sein drastisch dezimiertes Team die Stimmung vorgeben.» Trotz der verpatzten Saison-Ouvertüre gibt sich der 61-jährige Franzose kämpferisch: «Ich werde auf keinen Fall davonlaufen, sondern mein Bestes für den Club geben». Teure Transfers lehnt er aber ab: «Man kann viel Geld ausgeben und trotzdem ein schlechtes Team haben.» Arsenals Londoner Rivale darf dagegen durchatmen. Nach dem 0:0 zum Start bei Stoke City kam der FC Chelsea zu einem 2:1 (0:1)-Pflichtsieg gegen West Bromwich Albion. Die Franzosen Nicolas Anelka (53.) und Florent Malouda (83.) machten das 0:1 von Shane Long (4.) noch wett. «Es war ein schwieriges Spiel für uns», sagte Chelseas neuer portugiesischer Trainer André Villas-Boas nach seiner Heimpremiere. «Das frühe Gegentor hat die Zuschauer unruhig werden lassen und dies hat sich auf die Mannschaft niedergeschlagen.»
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