Kein WM-Boom: Liga-Clubs erwarten mäßigen Aufwind
Berlin (dpa) - 17.08.2011, 15:21 Uhr
Frankfurts Fatmire Bajramaj ist das Aushängeschild der Frauen-Bundesliga.
Mäßiger Aufschwung statt großer WM-Boom: Vier Wochen nach dem rauschenden Frauenfußball-Fest starten die Bundesligisten am Sonntag ohne überschwängliche Erwartungen in ihre neue Spielzeit. Zwar berichten einige der zwölf Clubs in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa von gestiegenem Interesse der Zuschauer und Sponsoren. Doch während Branchenkrösus 1. FFC Frankfurt seinen Verkauf von Dauerkarten auf 700 verdoppelte, bewegen sich die Zahlen der Saisontickets bei kleineren Clubs wie der SG Essen-Schönebeck (45) oder USV Jena (unter 10) auf Minimalniveau. Auch bei der Suche nach neuen Geldquellen sorgt das Heim-Turnier vielerorts bislang nicht für den gewünschten Aufwärtstrend. «Ein nachhaltiger Effekt von der Frauen-WM ist nicht zu spüren. Vielleicht ist die Wahrnehmung eine andere. Aber der Hype ist schnell wieder verpufft», sagte Jürgen Brauße, Sportdirektor beim Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig. «Es ist als Frauenbundesligist nach wie vor schwierig.»
Auch der FCR Duisburg sieht als Dritter des Vorjahres «noch viele Möglichkeiten» im Sponsoring: «Während der WM war das Interesse groß, doch man hat uns nicht die Bude eingerannt», meinte Geschäftsführer Timo Skrzypski. Bei Bayer Leverkusen gab es ebenfalls «vermehrt Kontakte, bei denen das Wort WM gefallen ist», berichtete Geschäftsführerin Linda Peckhaus: «Aber es hat sich keiner speziell hier gemeldet, was eventuelles Sponsoring angeht.» Wer auf einen «Riesen-Boom» hoffe, der «hat von Fußball keine Ahnung», hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger bereits vor Ende des Weltturniers mit vielen ausverkauften Stadien und Einschaltquoten von bis 17 Millionen Zuschauern geunkt. Da Nationalspielerinnen wie Fatmire Bajramaj oder Kim Kulig im Sommer als Werbegesichter glänzten und sich ins nationale Sportbewusstsein spielten, setzt aber nicht nur Freiburgs Trainer Milorad Pilipovic zumindest auf «etwas größere Aufmerksamkeit». So wird beispielsweise der Punktspiel-Auftakt am Sonntag zwischen Vizemeister Frankfurt und Essen-Schönebeck live vom Hessischen Rundfunk übertragen. «So eine mediale Präsenz tut dem Frauenfußball gut», sagte Pilipovic. |