Das hofft auch der ETV Hamburg beim Gastspiel von Greuther Fürth. Bundesweites Interesse weckte der sechstklassige Verein aus Hamburgs Stadtteil Eimsbüttel längst: Nach dem sensationellen Sieg beim Hamburg-Pokal, bei dem der Landesligist sechs Oberligaclubs rauswarf, und einem Prämienstreit traten das erste und zweite Team aus. Die A-Jugend mit 20 erst 17- oder 18-Jährigen im Kader sucht nun ihre Chance. Borussia Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp, dessen Team bei Drittligist SV Sandhausen antreten muss, hätte «am liebsten gegen die A-Jugend von Eimsbüttel gespielt». Das Los entschied anders, Klopp hat durchaus Bedenken: «Nicht nur unsere Pokalgeschichte hat gezeigt, dass für Außenseiter eine Chance da ist.» 2010/2011 schied der BVB in Runde zwei bei Kickers Offenbach (2:4 im Elfmeterschießen) aus. «Wir wollen Spaß haben und die Niederlage in Grenzen halten», sagte ETV-Trainer Harald Wenzing, der quasi ein Familienunternehmen leitet. Sohn Fabio spielt im Mittelfeld, Vater Richard ist Co-Trainer. Sechstklassig ist mittlerweile auch Germania Windeck. Der aus finanziellen Gründen in die Mittelrheinliga abgestiegene Club steht zum dritten Mal in Serie in Runde eins und erwartet nach Schalke und Bayern (jeweils 0:4) mit 1899 Hoffenheim den dritten Erstligisten. «Berühmt» wurde Vorgängerclub Germania Dattenfeld: Der Keeper von Gegner SV Straelen glaubte, die Tore seien zu klein. Beim Nachmessen wurde festgestellt, dass die Latte an den Seiten nur 2,30 und in der Mitte sogar nur 2,27 statt der vorgeschriebenen 2,44 Meter Höhe hatte. Der Fall ging sogar bis vor das DFB-Bundesgericht. Fünftligist Anker Wismar dürfte gegen Hannover 96 die Underdog-Rolle zu spüren bekommen, Regionalligist ZFC Meuselwitz ist indes kein ganz «Kleiner» mehr: Der Zipsendorfer FC stammt aus dem gleichnamigen Ortsteil von Meuselwitz im tiefsten Thüringen. Gegen Hertha BSC werden in der heimischen Bluechip-Arena (rund 10 000 Plätze) wohl die meisten Einwohner der 11 000-Seelen-Gemeinde versammelt sein. «Da wird Ausnahmezustand herrschen», glaubt Kapitän Karsten Oswald, als ehemaliger Zweitligaprofi in Chemnitz und Dresden der bekannteste ZFC-Spieler. Auch wenn er verletzungsbedingt fehlt, wird er die Daumen drücken, damit es besser läuft als 2010: Da siegte der 1. FC Köln 2:0. Die Kölner gastieren wieder bei einem Regionalligisten: beim SC Wiedenbrück, der aber ins benachbarte Gütersloh ausweicht. Der Auftritt von Lukas Podolski und Co. vor erwarteten 12 000 Anhängern wurde als «Sicherheitsspiel» eingestuft. 2600 Kölner Fans reisen in Sonderzügen an und werden per Bus direkt am Stadion abgeliefert. «Wir sind bestens gerüstet», sagte SCW-Vorstand Alexander Brentrup.
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