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WM-Traum geplatzt: Tränen nach 0:1 gegen Japan

Wolfsburg (dpa) - 10.07.2011, 09:33 Uhr

Alexandra Popp und Simone Laudehr sind nach dem bitteren Aus geschockt.
Alexandra Popp und Simone Laudehr sind nach dem bitteren Aus geschockt.

Für die deutschen Fußball-Frauen ist der Traum vom Titel-Hattrick bei der Heim-Weltmeisterschaft jäh geplatzt. Mit dem 0:1 (0:0) nach Verlängerung gegen Japan schied der Titelverteidiger am Samstag bereits im Viertelfinale aus dem Turnier aus.

Karina Maruyama besiegelte mit ihrem Tor in der 108. Minute die erste deutsche WM-Niederlage seit dem 1. Juli 1999. Nach dem bitteren Aus sanken die Spielerinnen vor 26 067 Zuschauern in der ausverkauften Wolfsburger WM-Arena enttäuscht zu Boden, viele vergossen bittere Tränen.

«Das ist sehr schade und sehr traurig. Ich mache den Spielerinnen keinen Vorwurf, sie haben alles gegeben», bilanzierte Bundestrainerin Silvia Neid. Am Ende hätten in den 120 Minute nur «Nuancen» den Ausschlag gegeben. «Wir waren nicht in der Lage, ein Tor zu machen», sagte Neid, die direkt nach dem Spiel von DFB-Präsident Theo Zwanziger an der Seitenlinie in den Arm genommen und getröstet wurde.

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«Das tut weh, ändert aber nichts an unserem Respekt für die Spielerinnen und für das Turnier. Das war eine große Enttäuschung, besonders für die älteren Spielerinnen, die zum letzten Mal bei einer WM waren», sagte Zwanziger. Wie Ariane Hingst beendete auch Spielführerin Birgit Prinz ihre internationale Karriere. Die 33-Jährige erlebte den Abpfiff ihrer einmaligen Laufbahn nach 214 Länderspielen auf der Bank. «Ich bin sehr enttäuscht. An diesem Abend ist meine Karriere im DFB-Trikot geendet. Es gibt auch keine Chance, mich umzustimmen», sagte Prinz frustriert, die sich nach ihrer Auszeit im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich wieder «fit» gefühlt hatte: «Ich hätte gern gespielt. Die Trainerin hat aber anders entschieden.»

Während die Deutschen ihre Koffer packen müssen und am Sonntag die Heimreise antreten, treffen die Asiatinnen am Mittwoch in Frankfurt im Halbfinale auf den Sieger des Duells zwischen Schweden und Australien. Sollten die Schwedinnen gewinnen, hätte die DFB-Elf zudem die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 verpasst. «Das ist kaum in Worte zu fassen. Wir hatten uns so viel vorgenommen, wir wollten bis ins Finale», meinte die WM-Ok-Chefin Steffi Jones, die die Partie auf der Fanmeile in Frankfurt verfolgt hatte.


Gegen die flinken Asiatinnen konnte der zweimalige Weltmeister sich zwar ein klares Chancenplus erspielen, jedoch keine der zahleichen Möglichkeiten nutzen. In der Verlängerung besiegelte die eingewechselte Maruyama den K.o. und beendete die deutsche Sommerparty. «Ich bin stolz auf meine Spielerinnen», sagte Japans Trainer Norio Sasaki.

«Wir hätten noch fünf Stunden spielen können, wir hätten das Tor nicht getroffen», meinte Stürmerin Inka Grings. Auch in der Schlussphase wollte kein Treffer mehr gelingen, obwohl das DFB-Team ein regelrechtes Powerplay aufzog. Ob Melanie Behringer, Celia Okoyino da Mbabi, Kerstin Garefrekes oder Grings - es fehlte an Präzision und Entschlossenheit.

Für Kim Kulig war der Abend besonders bitter. Die künftige Frankfurterin verletzte sich schon in der vierten Minute bei einem Kopfballduell. Wie eine Kernspintomographie später ergab, zog sich die 21-Jährige einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu und muss laut Teamarzt Bernd Lasarzewski sechs Monate pausieren. «Das Aus von Kim war ein Schock, das ging durch die ganze Mannschaft. Ihre Verletzung hat es uns nicht gerade erleichtert», sagte Neid, die sich selbst «keine Vorwürfe» wegen der Niederlage machte.

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