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Rummenigge «stocksauer» wegen Anti-Neuer-Plakat

Arco (dpa) - 08.07.2011, 12:21 Uhr

Bayern-Keeper Manuel Neuer beim Training am Gardasee.
Bayern-Keeper Manuel Neuer beim Training am Gardasee.

Beim FC Bayern ist die Geduld mit nörgelnden Anti-Neuer-Fans endgültig aufgebraucht. Nachdem Karl-Heinz Rummenigge als Folge der jüngsten Plakat-Aktion «fast einen Tobsuchtsanfall» bekommen hatte, kündigte der Vorstandschef bei seinem Kurzbesuch im Trainingslager Konsequenzen an.

«Wer jetzt nicht kapiert hat, dass Manuel Neuer Spieler von Bayern München ist und dementsprechend auch seriös und respektvoll behandelt werden muss, dem ist nicht zu helfen und dem wird man dann auch helfen müssen. Die Geduld ist bei uns jetzt am Ende, das sag ich ganz klar», sagte Rummenigge am Rande des Trainings in Arco.

Locker hatte der Vorstandschef sein blaues Sakko am sonnigen Gardasee über den Arm gelegt, freute sich als Italien-Freund wieder vor Ort zu sein. «Stocksauer» ist Rummenigge dagegen im Fall von Manuel Neuer, bei dem einige wenige unbelehrbare Fans weiter protestieren. «Ich bin felsenfest davon ausgegangen, dass die Dinge final geklärt sind», sagte der Rummenigge, der sich mit großer Anerkennung über den Nationaltorwart äußerte. «Ich bewundere ihn mittlerweile, wie gelassen, wie souverän er mit diesen Dingen umgeht. Da kann ich nur sagen, er scheint eine extrem ausgeprägte, positive Persönlichkeit zu sein.»

Beim 15:0 im lockeren Testspiel-Aufgalopp gegen eine Trentino-Auswahl hatten einige Ultras ein Plakat gegen den Torwart aufgehängt. «Du kannst auch noch so viele Bälle parieren. Wir werden dich nie in unserem Trikot akzeptieren», stand dort groß geschrieben.

In Sippenhaft werde man keine Anhänger nehmen, sagte Rummenigge, «aber wir werden das sicherlich jetzt sehr genau uns anschauen und im Zweifelsfall sehr genau untersuchen und auch Maßnahmen treffen. Das werden wir uns auf jeden Fall nicht gefallen lassen.» Rummenigge verwies auf das Hausrecht in der Allianz Arena, die genauen möglichen Konsequenzen nannte er nicht. Allerdings gibt es bei Maßnahmen einige juristische Kniffe zu beachten, auch weil der jüngste Protest nicht in den Bereich der Beleidigung fiel.

In den Verhandlungen über die Ablöse über Jérome Boateng von Manchester City sind die Münchner und die Engländer bislang nicht weitergekommen. «Das ist eine eigenartige Veranstaltung, die ich auch noch nie erlebt habe», sagte Rummenigge. Die Engländer, die einen Mondpreis aufgerufen hätten, hätten nichts mehr von sich hören lassen. «Natürlich müssen wir auch alternativ denken, wenn wir keine Lösung mit Manchester City hinkriegen», sagte der Vorstandschef, der die Transferweigerungen von Bayer Leverkusen im Fall von Arturo Vidal gelassen sieht. Man habe auch ohne den Chilenen ein wunderbares Mittelfeld.


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