«Ich bin aber eher ausgegrenzt worden, weil ich eine Frau war», sagt Walther-Ahrens, die mit DFB-Chef Theo Zwanziger per Du ist. «Dieses Lesbisch-Sein wird ja vorausgesetzt und bestätigt das Klischee.» Sie ist sich sicher: «Es würden mehr Mädchen und Frauen spielen, wenn das Lesben-Klischee nicht da wäre.» Die Diskriminierung der Frauen zeige sich auch bei den Siegesprämien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für WM-Gewinne. So bekamen Männer 2010 eine WM-Prämie von 250 000 Euro. Bei den Frauen sind es in diesem Jahr 60 000 Euro. Frauen und schwule Fußballer hätten eines gemeinsam: Beiden traue man nicht zu, dass sie mit dem runden Leder umgehen können. «Es könnte sich als sinnvoll erweisen, Mädchen und Jungen länger als bis zur D-Jugend zusammen spielen zu lassen und als gemischte Teams antreten zu lassen», rät die Soziologin. Degele und ihre Co-Autorin Caroline Janz sprachen sich zudem für eine klare Positionierung des DFB aus. «Auch ein Oliver Bierhoff sollte gemaßregelt werden bei schwulenfeindlichen Äußerungen», sagt Janz. Der DFB-Manager hatte nach einem «Tatort» mit einer ungeschickten Aussage für Wirbel gesorgt. Degele schlägt vor, dass sich nach dem letzten Spieltag der nächsten Bundesliga-Saison elf Profi-Fußballer symbolisch outen und so «eine Kehrtwende im Profi-Fußball inszenieren». Ist der Fußball wirklich besonders intolerant? Nicht unbedingt, sagt die Expertin. «Es ist ja nicht so, dass Homosexualität in der Gesellschaft kein Problem wäre», sagt sie. «Im Sport kommt es nur deutlicher heraus.»
 |