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Blatter: Vorerst keine Untersuchung der WM-Vergabe

Hannover (dpa) - 07.06.2011, 20:35 Uhr

Joseph Blatter will die WM-Vergabe 2022 nicht untersuchen lassen.
Joseph Blatter will die WM-Vergabe 2022 nicht untersuchen lassen.

FIFA-Präsident Joseph Blatter will die umstrittene Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar erst bei einem entsprechenden Votum seiner Experten-Gremien überprüfen lassen.

«Wenn diese Komitees den Eindruck gewinnen, etwas tun zu müssen, dann sollen sie die Entscheidung dazu treffen», sagte Blatter dem US-Sender CNN. Der jüngst wiedergewählte Weltverbandsboss aus der Schweiz werde vorher nichts unternehmen. «Lassen sie mich erstmal mit dem Ansatz der Ethikkommission arbeiten und lassen sie mich erstmal mit dem Lösungskomitee arbeiten», sagte Blatter.

Zuletzt hatte es vermehrt Anschuldigungen wegen angeblicher Bestechungen in Millionenhöhe rund um die Weltmeisterschaft 2022 in Katar gegeben. Unter anderem der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hatte daher eine genaue Überprüfung der Vorgänge gefordert.

Auch wegen der Bestechungsvorwürfe ist die FIFA und ihr Präsident Blatter in eine tiefe Krise gerutscht. Blatter wurde dennoch in der vergangenen Woche in seinem Amt bestätigt. Um den tief erschütterten Weltverband wieder in ruhigere Zeiten zu führen, hatte der 75 Jahre alte Schweizer Reformprojekte wie das Lösungskomitee angekündigt.

Dieser Kommission, einer Art «Rat der Weisen», sollen unter anderen der frühere US-Außenminister Henry Kissinger, die Fußball-Legenden Johan Cruyff und Pele sowie der spanische Star-Tenor Placido Domingo angehören. «Diese Gentlemen sind mehr oder weniger Berater. Keine Experten, aber Berater», sagte Blatter.

Franz Beckenbauer äußerte sich skeptisch. «Bei der FIFA scheint mir im Moment viel Aktionismus im Spiel zu sein. Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, die Exekutive zu schwächen», sagte Beckenbauer der «Bild»-Zeitung. Der «Kaiser» war in der vorigen Woche auf eigenen Wunsch aus dem Exekutivkomitee der FIFA ausgeschieden. Die «Regierung» des Weltverbandes hatte die WM nach Katar vergeben.


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