Zuvor hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Hoyzers früheren Kollegen Torsten Koop (Lüttenmark) bis auf weiteres suspendiert. Dies teilte der Verband nach der Sitzung seines Schiedsrichter- Ausschusses in Frankfurt mit. Das Gremium reagierte damit auf den Umstand, dass Koop einen im Januar erfolgten Anwerbeversuch durch Hoyzer nicht umgehend dem DFB gemeldet hatte. Deshalb werde er «vorerst nicht eingesetzt», teilte der DFB mit. Die weiteren Ermittlungen führt der Kontrollausschuss, der Koop bereits vernommen hatte. An der Sondersitzung nahm Koop nicht teil. Über seinen Anwalt Peter-Michael Diestel ließ der 39-Jährige ausrichten, dass er «zu keinem Zeitpunkt in Spielmanipulationen verwickelt war und von solchen erst konkrete Kenntnis aus den Medien erhalten habe». Auf dpa-Anfrage ergänzte Diestel, dass Koop «zu Gerüchten und Prahlereien nicht Stellung nehmen» werde. Koop, der seit 1993 insgesamt 83 Bundesliga-Spiele und 67 Zweitliga-Begegnungen geleitet hat, wurde seit August wegen einer Verletzung nicht mehr eingesetzt. Keine Konsequenzen sprach der Schiedsrichter-Ausschuss gegen Stefan Trautmann (Florstadt) aus. Der hauptberuflich in der DFB- Schiedsrichter-Abteilung angestellte Referee hatte gestanden, dass er ihm persönlich übereignete Sportartikel für karitative Zwecke über ein Internet-Auktionshaus versteigert hatte, aber nicht den ihm vorgeworfenen gewerblichen Handel betrieben habe. Die interne Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, teilte der DFB mit. Hoyzer-Anwalt Stephan Holthoff-Pförtner wertete die U-Haft seines Mandanten im «Tagesspiegel» als «eine sehr populistische Entscheidung der Staatsanwaltschaft». Allerdings habe Hoyzer mit dem Verschweigen eines weiteren Spiels, für dessen Manipulation Geld geflossen sein soll, einen Vorwand geliefert. Astrid Koch, Rechtsanwältin des mitbeschuldigten Schiedsrichters Dominik Marks, kritisiert in der «Berliner Zeitung» die Ermittlungen: «Das ist kein gezieltes Vorgehen. Es ist offenbar so, dass die Staatsanwaltschaft auch von den Ereignissen ständig überrollt wird.» Ihr Mandant sei trotz öffentlich bekundeter Bereitschaft noch nicht verhört worden. Nach mehreren Medienberichten soll inzwischen gegen weitere Spieler ermittelt werden, die bisher nicht bekannt waren. «Focus» und «Bild» nennen einen Spieler vom Oberligisten Victoria Hamburg, der in der Hoyzer- Affäre angeblich der Geldwäsche verdächtigt wird. Der Spieler soll sich 12 000 Euro von Hoyzer geliehen haben. Die «B.Z.» berichtet von einem Verdacht gegen einen ehemaligen Akteur des FC Augsburg. Dieser soll Kontakte zu einem Berliner Buchmacher geknüpft haben. Nach Informationen des Fernsehsenders TV.BERLIN hat Hoyzer noch eine weitere Partie manipuliert. Der 25-Jährige habe gegenüber der Berliner Staatsanwaltschaft eingeräumt, vor dem Freundschaftsspiel FC Hansa Rostock gegen den FC Middlesbrough bestochen worden zu sein. Hoyzer kassierte dafür 1000 Euro, wie der TV-Sender mitteilte. Das Spiel endete 3:1 für die Hansestädter. Laut «Augsburger Allgemeine» habe es bereits im Herbst 2003 Gerüchte um Wettmanipulationen rund um den FCA gegeben. Die Nachforschungen des Vereins seien aber im Sand verlaufen. «Eine Person hatte damals behauptet, es sei ihr bekannt, dass beim FCA absichtlich 'auf Niederlage' gespielt worden wäre», berichtete das Blatt.
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