Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ist kein Befürworter des Videobeweises, für den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in einem Brief an den Weltverband FIFA werben will.
«Ich finde, man sollte auf den Videobeweis verzichten», sagte Bierhoff in Franfurt/Main. Er könne zwar hilfreich sein, der Fußball lebe aber von seinem Spielfluss. «Und die Frage ist doch: Wo fängt man an mit dem Videobeweis und wo hört man auf», meinte Bierhoff.
Dagegen machte sich Griechenlands Europameister-Trainer Otto Rehhagel für einen Oberschiedsrichter stark. «Warum sollte man diese Hilfe nicht annehmen? Die Leute müssen sich daran gewöhnen, dass ein Spiel mal für eine kurze Zeit unterbrochen wird», sagte der ehemalige Bundesliga-Coach.
Als Beispiel führte Rehhagel Maradonas berühmtes, aber irreguläres Tor («Die Hand Gottes») bei der WM vor 19 Jahren an. «Als ich 1986 auf der Tribüne saß, während Maradona sein Handtor machte und die Engländer noch diskutierten, hatte ich längst entschieden: das war nicht die Hand Gottes, sondern die von Maradona.» So könnte in ähnlichen Fällen ein Oberschiedsrichter schnell eingreifen und richtig entscheiden.