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Schwarz-gelber Triumphzug: Dortmund im Titelrausch

Dortmund (dpa) - 15.05.2011, 14:05 Uhr

Die Spieler von Borussia Dortmund jubeln aus dem Meistertruck mit den Fans.
Die Spieler von Borussia Dortmund jubeln aus dem Meistertruck mit den Fans.

Die ganze Stadt trug Schwarz-Gelb. Mit einer rauschenden Party und einem Autokorso durch die ganze Stadt feierte das stolze Dortmund das Husarenstück der Borussia. Die Spieler waren von der Feier gezeichnet, der sonst so nüchterne Vereinspräsident sichtlich bewegt.

Der Autokorso geriet zum Triumphzug in Schwarz-Gelb. «Allein die Runde um den Borsigplatz werden die Jungs in ihrem Leben nie vergessen», schwärmte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag auf dem Meistertruck, mit dem der neue deutsche Fußball-Champion durch die in schwarz-gelb getauchte Stadt kutschiert wurde.

Und selbst der sonst so nüchtern-sachlich wirkende BVB-Präsident war emotional berührt. «So etwas hat es in der Geschichte der Bundesliga noch nie gegeben», sagte Reinhard Rauball. Trainer Jürgen Klopp versteckte sich hinter einer Sonnenbrille und gab nach dem Husarenstück seines Teams zu: «Ich bin von der Nacht gezeichnet.»

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Schon tags zuvor hatte die Mega-Party auf dem Rasen des Dortmunder Stadions und sogar in den Katakomben richtig Fahrt aufgenommen. In Sekundenschnelle stürmte die ausgelassene Dortmunder Rasselbande mit Meisterschale und riesigen Bierhumpen die Pressekonferenz. Den verdutzten Opfern des Schelmenstücks blieb keine Zeit zur Flucht. Gleich literweise wurden Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Coach Klopp und Pressesprecher Josef Schneck mit Gerstensaft übergossen. Doch der spontane Überfall seiner Profis tat der guten Laune von Klopp keinen Abbruch: «Das ist ein großer Tag für den BVB. Dieser 14. Mai wird in die Geschichte eingehen.»

Noch ausgelassener als vor zwei Wochen, als sein Team die Meisterschaft mit einem Sieg über Nürnberg bereits perfekt gemacht und Fußball-Lehrer Klopp mehr Erleichterung als Euphorie empfunden hatte, ging es im Anschluss an das 3:1 über Eintracht Frankfurt zu. Selbst Schiedsrichter Peter Gagelmann und diverse Medienvertreter nahmen nach dem Spiel eine unfreiwillige Bierdusche. Triefnass suchten sie das Weite. Mit einem breiten Grinsen eröffnete Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz die Megaparty: «Ich werde in den kommenden drei Tagen ganz sicher nicht ins Bett gehen. Ich bin mit meinem Verein, in meiner Stadt Meister geworden - ein Traum.»


In der stylischen Disco «View», hoch über den Dächern der neuen deutschen Fußball-Hauptstadt, feierten die Borussen ihr Husarenstück. Nicht wenige Profis begaben sich nach durchzechter Nacht von dort aus direkt zum Autokorso durch die City. Vor allem der scheidende Nuri Sahin, der für die kommenden sechs Jahre bei Real Madrid unter Vertrag steht, genoss den grandiosen Abschluss seiner Dortmunder Ära in vollen Zügen: «Wenn man mit einem Titel geht, fällt das nicht ganz so schwer. Ich bin froh, Teil dieser großartigen Mannschaft zu sein.»

Es spricht für den tadellosen Charakter der Mannschaft, dass sie auch im letzten Spiel ihr Versprechen auf Vollgas-Fußball einhielt. Unbeeindruckt vom 0:1 zu Beginn der 2. Halbzeit und zwei verschossenen Elfmetern von Lucas Barrios und Leonardo Dede drehte sie dank der Treffer von Barrios (68./90.) und des Eigentores von Marco Russ (72.) die Partie noch zu ihren Gunsten. Über die wenig meisterliche Elfmeter-Saisonbilanz - alle fünf Strafstöße wurden verschossen - verlor niemand ein Wort. «Das war ein wunderbarer Abschluss einer überragenden Saison», kommentierte Zorc.

Begleitet vom frenetischen Applaus der Zuschauer stemmte Kapitän Roman Weidenfeller nach dem Sieg über den Absteiger am Samstag als erster Borusse um 17.41 Uhr die elf Kilo schwere Trophäe in den Himmel - und wollte sie am liebsten gar nicht mehr hergegeben. «Das ist schier unglaublich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das als Profi noch einmal erlebe», schwärmte der Keeper.

Schon vor dem Anpfiff der Partie gab es Emotionen pur: Bei der Verabschiedung der Profis Sahin und Dede flossen Tränen. Tief bewegt traten die beiden Profis zunächst gemeinsam und später einzeln vor die Zuschauer. Darüber hinaus stimmten eine außergewöhnliche Choreographie auf der Südtribüne mit einer überdimensionalen Meisterschale und einer riesigen Abbildung des Meisterteams die Fans auf den Schlussakt ein.

Nur gut, dass im ersten Chaos nach dem Abpfiff niemand zu Schaden kam. Anders als vorher befürchtet, stürmten nicht die vom Abstieg gefrusteten Frankfurter Hooligans, sondern mehrere hundert feiernde BVB-Fans Richtung Rasen. Nachdem sie einen Zaun vor der Südtribüne umgerissen hatten, konnten die Chaoten nur von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften aufgehalten werden. Als die Mannschaft mit der Schale zur Ehrenrunde antrat, mussten sich aber auch die Ordner dem Ansturm beugen. Aus Sorge um die eigene Sicherheit traten die BVB-Profis schneller als geplant den Weg zurück in die Kabine an.

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