Buchmacher: Sportwetten liberalisieren
Berlin (dpa) - 09.02.2005, 15:19 Uhr
Totoscheine der Oddset-Fußballwette.
Die deutschen Buchmacher fordern eine Liberalisierung des Marktes für Sportwetten sowie ein Warnsystem gegen Manipulationen. Trotz der bisherigen Sonderstellung des staatlichen Wettanbieters Oddset gebe es längst vielfältige private Wettmöglichkeiten, sagte der Vorsitzende des Deutschen Buchmacherverbandes, Norman Albers, in Berlin. Dieser Markt müsse mit Hilfe professioneller Anbieter in geordnete Bahnen gelenkt werden. Markus Maul, Berater des Wettvermittlers «digibet wetten.de», forderte vor dem Hintergrund der Manipulations- Affäre eine Kooperation von Wettanbietern und Sportverbänden beim Aufbau eines Warnsystems gegen Manipulationen. «Wir wissen, dass nur noch ein ganz kleiner Teil des Wettgeschäfts über Oddset abgewickelt wird», sagte Albers. Im Internet würden vermutlich bereits Milliarden mit Sportwetten umgesetzt. Damit laufe jedoch das Argument ins Leere, das Wettgeschäft könne nur durch den staatlichen Anbieter kanalisiert werden. Tatsächlich könnten auch private Anbieter die nötige Kontrolle sicherstellen.
Der Politik warf Albers vor, Wettanbieter mit DDR-Zulassungen oder Lizenzen aus dem Ausland zu kriminalisieren. Bei einer Öffnung des Wettmarktes in Deutschland rechnet sein Verband mit 25 000 neuen Arbeitsplätzen. «Wir sind dafür, dass hier die Umsätze gemacht und die Steuern gezahlt werden», sagte Albers. Der Inhaber einer der DDR-Sportwett-Lizenzen, Bernd Hobiger, bezweifelte die Effektivität des vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geplanten Überwachungssystems. Um Manipulationsversuche zu erkennen, müsse der DFB auch die Umsätze der Buchmacher kennen. Laut «digibet»-Vertreter Maul hat sein Unternehmen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) eine Kooperation beim Aufbau eines entsprechenden Frühwarnsystems angeboten. Schon in der Vergangenheit hätten private Buchmacher Hinweise auf mögliche Manipulationen gegeben, darunter im Jahr 2002 vor einem UEFA-Spiel zwischen dem rumänischen Verein Gloria Bistrita und dem US Luxembourg. Bei der DFL habe es für solche Fälle bisher keinen Ansprechpartner gegeben.
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