Urteil gegen Ante Sapina am 15. April erwartet
Bochum (dpa) - 11.04.2011, 16:20 Uhr
Ante Sapina bei der Verhandlung vor dem Bochumer Landgericht.
Im Prozess gegen die Fußball-Wettbetrüger geht es jetzt Schlag auf Schlag: Der Angeklagte Ante Sapina soll wohl schon am 15. April verurteilt werden. Das gab das Bochumer Landgericht am Montag bekannt. Hintergrund ist die umfassende Aussage des 35-jährigen Berliners. Sapina hatte im Prozess Schmiergeldzahlungen an Spieler, Schiedsrichter und an einen UEFA-Funktionär gestanden. Die Champions-League-Partie zwischen dem ungarischen Verein VSC Debrecen und dem AC Florenz vom 20. Oktober 2010 soll nicht verschoben worden sein. Im Parallelverfahren gegen drei weitere Wettbetrüger sollen schon am Donnerstag die Urteile gesprochen werden. Die Ankündigung des Gerichts war eine Überraschung. Sapina hatte zuvor allerdings auch schonungslos ausgepackt. Das Gericht will nun nur noch eine Schadensberechnung vornehmen und einige Zusatzfragen stellen. «Dann kann die Beweisaufnahme aus unserer Sicht abgeschlossen werden», sagte Richter Wolfgang Mittrup. Das Verfahren gegen die fünf Mitangeklagten geht dagegen in die Verlängerung. Sie haben sich im Prozess bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Sapina hat erstmals zu mutmaßlich verschobenen Spielen in Österreich Stellung genommen. So sollen einige Spieler von SV Kapfenberg vor der Partie gegen Austria Wien vom 28. Oktober 2009 140 000 Euro erhalten haben. «Austria sollte mit zwei Toren Unterschied gewinnen», sagte Sapina den Richtern. Der Wetteinsatz habe sich auf 420 000 Euro belaufen. Doch dann sei alles ganz anders gekommen. Am Ende hatte Kapfenberg die Partie mit 1:0 gewonnen. Nach dem Zweitliga-Spiel zwischen Red Bull Juniors Salzburg und dem TSV Hartberg vom 22. September 2009 habe sich der Gewinn dagegen auf 533 000 Euro belaufen. Spieler von Hartberg sollen zuvor 60 000 Euro Schmiergeld erhalten haben. Die Partie endete 7:0 für Salzburg. Der Einfluss der Wettmafia war bis ins Detail geplant. Laut Sapina wurden einem UEFA-Offiziellen 50 000 Euro gezahlt, um die Höhergruppierung eines bestechlichen bosnischen Schiedsrichters zu erreichen. Durch die Höhergruppierung hätte der Unparteiische in Zukunft interessantere Spiele pfeifen dürfen. Derselbe Schiedsrichter hatte die unter Manipulationsverdacht stehende WM-Qualifikation zwischen Liechtenstein und Finnland vom 9. September 2009 und die U 21-Partie Schweiz gegen Georgien vom 18. November 2009 geleitet. |