Schiedsrichter nehmen Kollegen in Schutz
Berlin (dpa) - 04.02.2005, 13:02 Uhr
Lutz Michael Fröhlich (2.v.r.) und Assistent Olaf Blumenstein im Einsatz.
Drei der Berliner Schiedsrichter, durch die der Skandal um manipulierte Fußballwetten an die Öffentlichkeit gekommen ist, haben ihren Kollegen Felix Zwayer in Schutz genommen. «Die Manipulation ist erst durch Felix aufgedeckt worden», sagte Referee Olaf Blumenstein in einem gemeinsamen Interview mit Lutz Michael Fröhlich und Manuel Gräfe im Berliner «Tagesspiegel». Zwayer sei «charakterlich ganz anders gestrickt» als der im Mittelpunkt des Skandals stehende Referee Robert Hoyzer und «würde bei so etwas nicht mitmachen», sagte Gräfe. Der von dem geständigen Hoyzer gegenüber der Staatsanwaltschaft verdächtigte Zwayer gehörte selbst zu der Gruppe von vier Schiedsrichtern, die den Fall durch die Einschaltung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ins Rollen brachten. Laut seiner drei Kollegen hätte er die entscheidenden Informationen geliefert.
Auch Hoyzers Anschuldigungen gegen die Referees Jürgen Jansen und Dominik Marks bewerteten die drei skeptisch. «Man sollte seine Motivation, gewisse Spieler oder Schiedsrichter zu nennen, kritischer hinterfragen», sagte Gräfe. «Offenbar macht Robert auch jetzt nicht den sauberen Schnitt, sondern versucht, sich an anderen zu rächen.» Den ersten Hinweis auf verdächtige Vorgänge gab Zwayer laut Fröhlich kurz vor Weihnachten. Beim Zweitligaspiel Rot-Weiß Essen - 1. FC Köln am 22. Oktober 2004 habe Hoyzer ihm «gesagt, dass Köln heute gewinnen müsse». Beim Hallenturnier in Riesa im Januar habe Hoyzer Zwayer erneut angesprochen. Dagegen hätten die Kollegen nach den umstrittenen Entscheidungen Hoyzers beim DFB-Pokalspiel SC Paderborn gegen Hamburger SV am 21. August noch keinen Verdacht gegen diesen gehegt.
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