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Scholz: Schiedsrichter neu organisieren

Berlin (dpa) - 04.02.2005, 09:25 Uhr

Die Schiedsrichter Kinhöfer (M), Schäfer (l) und Scheibel im Dezember 2004.
Die Schiedsrichter Kinhöfer (M), Schäfer (l) und Scheibel im Dezember 2004.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Bundesligisten Hertha BSC, Rupert Scholz, hat eine eigenständige Organisationsform für alle Schiedsrichter gefordert.

Das geltende Recht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) müsse angesichts des Wettskandals rund um den Schiedsrichter Hoyzer geändert werden, sagte Scholz im «DeutschlandRadio Berlin». Bisher müssten Schiedsrichter Mitglieder von Fußballvereinen sein. Dies würde die sportgerichtlich Zuständigen im DFB jedoch im Fall Robert Hoyzer vor Probleme stellen.

«Hoyzer ist Mitglied von Hertha BSC. Er hat mit dem, was er verbrochen hat, nicht nur den Fußball massiv geschädigt, sondern auch den Verein, dem er angehört. Das kann man nur mit einem Vereinsausschluss beantworten. Wenn wir ihn jetzt aber ausschließen aus dem Verein, ist er über die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes nicht mehr fassbar», sagte Scholz. Aus diesem Grund werde der Vereinsausschluss, der mit Sicherheit kommen werde, erst nach Abschluss der sportgerichtlichen Verfahren vorgenommen werden können. «Das zeigt, dass hier etwas änderungsbedürftig ist», sagte Scholz.

Scholz betonte, dass man erst nach dem Urteil im Fall Hoyzer ermessen könne, wie groß der Schaden für den deutschen Fußball tatsächlich sei. Allerdings werde es keine Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft 2006 geben. «Der deutsche Fußball ist glücklicherweise im internationalen Vergleich von Skandalen in den letzten Jahrzehnten nicht so belastet worden wie viele andere Länder. Aber umso klarer muss durchgegriffen werden, nachdem sich jetzt hier doch ein Skandal von erheblichem Ausmaß abzeichnet», sagte Scholz.

Scholz, der auch Sprecher des Instituts für Politik und Öffentliches Recht an der Universität München ist, forderte zudem für Wetten im Internet neue Gesetze. Dies sei ein Bereich, den man rechtlich noch gar nicht im Griff habe. Dabei müsse man unter Umständen auf Datenschutz verzichten. «Es gibt höherwertige Rechtsgüter und hier ist ein höherwertiges Rechtsgut im Spiel.»


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