Der SC Freiburg reagierte auf die Nachricht aus der DFB-Zentrale mit einem Einspruch gegen die Wertung der 0:3 verlorenen Partie in Kaiserslautern. «Der Einspruch hat zunächst nur formalen Charakter», sagte SC-Manager Andreas Bornemann der dpa. Nach den von Hoyzer gegen Jansen und Marks erhobenen Beschuldigungen dürften diese nun verstärkt in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten. «Wir stehen in ständigem Kontakt. Wenn es die Ermittlungen zulassen, werden wir weitere Einblicke in die Akten bekommen», sagte Götz Eilers, Chef der DFB-Sonderkommission «Wett- und Spielmanipulationen». Durch Hoyzers Aussage vor der Staatsanwaltschaft sind auch Referee Felix Zwayer und Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller belastet worden. «Es ist selbstverständlich, dass die drei Schiedsrichter, gegen die Vorwürfe erhoben werden, bis zur Klärung der Angelegenheit nicht mehr eingesetzt werden. Die vorliegenden Erkenntnisse lassen aber keinesfalls den Schluss zu, dass sie schuldig sind», sagte Zwanziger. «Wir wussten, dass Hoyzer manipuliert hat, aber nicht, wann wir in der Lage sein würden, dies zu beweisen. Durch die uns übermittelten Unterlagen sind wir einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Der Kontrollausschuss und das Sportgericht können nunmehr auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse sofort ihre Arbeit aufnehmen», kündigte Zwanziger eine schnelle Entscheidung der DFB-Gerichte an. Vor der Berliner Staatsanwaltschaft gestand Hoyzer, dass weitere Manipulationsversuche bei den Spielen SC Paderborn - Chemnitzer FC (22. Mai 2004) und SpVgg Unterhaching - 1. FC Saarbrücken (28. November 2004) fehlgeschlagen seien. Die Partie MSV Duisburg - SpVgg Greuther Fürth (26. September 2004) sei wie von ihm gewünscht ausgegangen, ohne dass er manipulieren musste. Insgesamt hat Hoyzer, der mit einer als Wettmafia bezeichneten Gruppierung zusammen gearbeitet hat, für seine Dienste nach Informationen des Magazins «Spiegel» 67 000 Euro und einen Plasma-Fernseher erhalten. Gegen die Wertung der beiden Zweitligaspiele ist beim DFB-Sportgericht dennoch Einspruch von den Clubs eingelegt worden. «Wir werden den Clubs Einblick in die Akten ermöglichen. Wenn sie ihren Einspruch dann aufrechterhalten, wird das Sportgericht auch darüber zu entscheiden haben», erklärte Eilers. Dann müssten allerdings die beiden Vereine den Beweis einer Manipulation antreten. Eilers hatte in Berlin Einsicht in Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft erhalten.
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