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DFB erhält Bestätigung: Vier Spiele manipuliert

Frankfurt/Main (dpa) - 03.02.2005, 20:42 Uhr

Theo Zwanziger schaut während der DFB-Pressekonferenz auf seine Uhr.
Theo Zwanziger schaut während der DFB-Pressekonferenz auf seine Uhr.

Nach der Einsicht in die Ermittlungsakten der Berliner Staatsanwaltschaft sieht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Manipulation von mindestens vier Spielen durch den geständigen Schiedsrichter Robert Hoyzer als erwiesen an.

Dazu geht der DFB von verstärkten Verdachtsmomenten gegen zwei weitere Unparteiische in vier Fällen aus. «Wir können jetzt mit der Ahndung der Vorfälle beginnen, die auf Grund der Erkenntnisse der staatlichen Ermittlungsbehörden als bewiesen gelten können», kündigte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger auf einer Pressekonferenz in Frankfurt an.

In seiner ersten Verhandlung wird das DFB-Sportgericht am 11. Februar in Frankfurt/Main über eine mögliche Wiederholung des von Hoyzer manipulierten DFB-Pokalspiels SC Paderborn - Hamburger SV entscheiden. Diesen Termin bestätigte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Hoyzer hat zugegeben, neben dem Pokalspiel in Paderborn am 21. August 2004 auch das Zweitligaspiel LR Ahlen - Wacker Burghausen (22. Oktober 2004) und die Regionalliga-Partien Wuppertaler SV - Werder Bremen Amateure und Eintracht Braunschweig - FC St. Pauli aus der Saison 2003/2004 manipuliert zu haben.

Zudem hat Hoyzer seine Kollegen Jürgen Jansen und Dominik Marks der Manipulation von jeweils zwei Spielen beschuldigt. Dabei handelt es sich um die von Jansen geleitete Bundesliga-Partie 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg (27. November 2004) und das Zweitliga-Spiel Dynamo Dresden - SpVgg Unterhaching (21. November 2004) sowie die von Marks gepfiffene Zweitliga-Begegnung Karlsruher SC - MSV Duisburg (3. November 2004) und das Regionalliga-Spiel zwischen den Amateuren von Hertha BSC und Arminia Bielefeld (11. August 2004). Jansen will auf einer Pressekonferenz in Passau seine Unschuld beweisen.

«Der Tatverdacht in diesen Fällen richtet sich ausschließlich gegen die Schiedsrichter und nicht gegen die Vereine oder deren Spieler», betonte DFB-Kommunikationsdirektor Harald Stenger. Laut «Spiegel» sagte Hoyzer aus, Marks habe für das Match Karlsruhe - Duisburg 30 000 Euro und für das Duell der Amateure von Hertha BSC und Arminia Bielefeld 5000 Euro von einem aus dem des Wettbetrugs verdächtigten und in Berlin festgenommenen kroatischen Brüdertrios erhalten.


Der SC Freiburg reagierte auf die Nachricht aus der DFB-Zentrale mit einem Einspruch gegen die Wertung der 0:3 verlorenen Partie in Kaiserslautern. «Der Einspruch hat zunächst nur formalen Charakter», sagte SC-Manager Andreas Bornemann der dpa. Nach den von Hoyzer gegen Jansen und Marks erhobenen Beschuldigungen dürften diese nun verstärkt in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten. «Wir stehen in ständigem Kontakt. Wenn es die Ermittlungen zulassen, werden wir weitere Einblicke in die Akten bekommen», sagte Götz Eilers, Chef der DFB-Sonderkommission «Wett- und Spielmanipulationen».

Durch Hoyzers Aussage vor der Staatsanwaltschaft sind auch Referee Felix Zwayer und Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller belastet worden. «Es ist selbstverständlich, dass die drei Schiedsrichter, gegen die Vorwürfe erhoben werden, bis zur Klärung der Angelegenheit nicht mehr eingesetzt werden. Die vorliegenden Erkenntnisse lassen aber keinesfalls den Schluss zu, dass sie schuldig sind», sagte Zwanziger.

«Wir wussten, dass Hoyzer manipuliert hat, aber nicht, wann wir in der Lage sein würden, dies zu beweisen. Durch die uns übermittelten Unterlagen sind wir einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Der Kontrollausschuss und das Sportgericht können nunmehr auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse sofort ihre Arbeit aufnehmen», kündigte Zwanziger eine schnelle Entscheidung der DFB-Gerichte an.

Vor der Berliner Staatsanwaltschaft gestand Hoyzer, dass weitere Manipulationsversuche bei den Spielen SC Paderborn - Chemnitzer FC (22. Mai 2004) und SpVgg Unterhaching - 1. FC Saarbrücken (28. November 2004) fehlgeschlagen seien. Die Partie MSV Duisburg - SpVgg Greuther Fürth (26. September 2004) sei wie von ihm gewünscht ausgegangen, ohne dass er manipulieren musste. Insgesamt hat Hoyzer, der mit einer als Wettmafia bezeichneten Gruppierung zusammen gearbeitet hat, für seine Dienste nach Informationen des Magazins «Spiegel» 67 000 Euro und einen Plasma-Fernseher erhalten.

Gegen die Wertung der beiden Zweitligaspiele ist beim DFB-Sportgericht dennoch Einspruch von den Clubs eingelegt worden. «Wir werden den Clubs Einblick in die Akten ermöglichen. Wenn sie ihren Einspruch dann aufrechterhalten, wird das Sportgericht auch darüber zu entscheiden haben», erklärte Eilers. Dann müssten allerdings die beiden Vereine den Beweis einer Manipulation antreten. Eilers hatte in Berlin Einsicht in Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft erhalten.

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