Jena (dpa) - 17.08.2010, 15:26 Uhr
Nach den Zuschauerausschreitungen beim Fußball-Drittliga-Spiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem 1. FC Saarbrücken (0:7) hat der Thüringer Verein ein erstes Stadionverbot verhängt und weitere abgekündigt.
Bei einer Tagung der Stadionverbotskommission des FC Carl Zeiss waren drei Themenschwerpunkte behandelt worden. Neben dem Ausgangspunkt der Eskalation, den von außerhalb des Stadiongeländes von drei Personen getätigten Steinwürfen in den Fanblock der Saarbrücker, wurden das Betreten von Zuschauern des Stadioninnenraums und die nach dem Spiel stattgefundene Attacken des Gäste-Fanbusses thematisiert.
Gegen eine bereits namentlich bekannte Person wurde ein Stadionverbot wegen Betretens des Stadioninnenraums verhängt. Rechtsanwalt Holger Grümmer, Vizepräsident des FC Carl Zeiss Jena und Mitglied der Stadionverbotskommission kündigte an, dass nach ersten Einschätzungen weitere 10 bis 15 Personen mit Stadionverboten belegt werden, wenn diese durch die Polizei und intern durch Fan- Kreise namentlich ermittelt sind. Auch Saarbrücker Anhänger sollen bestraft werden, wenn man diese namentlich ermitteln kann.
Nach dem Spiel am 11. August war es nach Polizeiangaben außerhalb des Stadions zu einer Massenschlägerei zwischen etwa 80 Jenaern und rund 70 Saarbrücker Anhängern gekommen. Dieser Darstellung widersprach das Saarbrücker Fan-Projekt energisch. Der Fan-Bus sei bei der Abreise von Jenaer Fans mit Steinen und Flaschen beworfen worden, wobei auch eine Scheibe zu Bruch ging. Daraufhin habe die Polizei große Mengen Reizgas in den Bus gesprüht, worauf dort eine Panik wegen Atemnot und geblendeter Augen entstand. Die aus dem Bus stürmenden Fans hätten sich in eine hektisch organisierte Erstversorgung begeben. Eine Massenschlägerei sei gar nicht möglich gewesen, da die Polizei den Bus umstellt und abgesichert hatte.