27.05.2010, 15:39 Uhr
Jena (dpa) Die Stadt Jena kann dem angeschlagenen Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss nicht aus seiner Finanznot helfen. Dem Thüringer Verein fehlen für die neue Saison Gelder in einer Höhe von 1,463 Millionen Euro.
Diese Summe muss bis zum 4. Juni beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt mit Hilfe von Bürgschaften, Krediten und Sponsorenverträgen nachgewiesen werden.
Von der Stadt Jena erhoffte sich der FC Carl Zeiss eine Bürgschaft über etwa 800 000 Euro, die in fünf Jahren zurückgezahlt werden sollte. Nach Gesprächen mit dem Thüringer Innenministerium und dem Landesverwaltungsamt stellte sich nun aber heraus, dass die Kommune gar nicht bürgen kann. Die Förderung von Profifußball sei keine kommunale Aufgabe, eine Bürgschaft hierfür nicht genehmigungsfähig, wie das Landesverwaltungsamt der Jenaer Stadtverwaltung schriftlich mitteilte. Auf eine Anfrage der Stadt Jena antwortete dessen Präsident, dass die Genehmigung einer Bürgschaft für den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Fußballverein nicht in Betracht komme.
Infolge dessen wird der Jenaer Stadtrat nach Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden nicht zu einer Sondersitzung eingeladen. Diese war ursprünglich geplant, um den angeschlagenen Fußballverein bei der Rettung zu unterstützen. «Die Stadt Jena hat dem FC Carl Zeiss in den letzten Jahren wiederholt aus akuten Notlagen geholfen. Die Ursachen für die jetzige schwierige finanzielle Situation liegen beim Verein selbst und müssen dort grundsätzlich geklärt werden», hieß es in einer Erklärung der Stadt Jena. Kritisiert wird außerdem, dass «zu hohe Spielergehälter gezahlt worden sind.»
Die Stadt Jena will dem FC Carl Zeiss künftig durch eine preiswerte Vermietung ihres Stadions entgegenkommen und die Jugendarbeit fördern. Auch wird die Pacht für die Rasenheizung, die von der Stadt erst Ende 2009 gekauft wurde, teilweise gestundet. Die Verlängerung der Bürgschaft für die Finanzierung der Rasenheizung hatte der Stadtrat bereits in seiner letzten Sitzung beschlossen.