Frankfurt/Main (dpa) - 03.12.2009, 17:31 Uhr
Die Herbstmeisterschaft ist für Kickers Offenbach nur eine Zwischenstation im Aufstiegskampf der 3. Liga. Schon ein Remis bei Bayern München II reicht dem Spitzenreiter, um nach dem 19. Spieltag weiter als Nummer 1 an der Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus zu arbeiten.
«Eine schöne Momentaufnahme. Wir haben noch zwei weitere schwere Spiele in diesem Jahr, dann können wir in der Winterpause ein Zwischenfazit ziehen», sagte Kickers-Coach Steffen Menze. Seit acht Spielen sind die Kickers unter dem Nachfolger des zum Zweitligisten FSV Frankfurt abgewanderten Hans-Jürgen Boysen ungeschlagen. Seit fünf Spieltagen steht Offenbach an der Tabellenspitze - so lange, wie kein anderer der 19 Konkurrenten in dieser Saison. Aber der Nachwuchs des Rekordmeisters findet unter dem Trainer-Novizen Mehmet Scholl nach Fehlstart langsam aus der Krise. Von den letzten sechs Spielen verlor die Bayern-Reserve nur eins.
«Wir benötigen eine gute Leistung, um sie schlagen zu können. Das wird keine leichte Aufgabe», sagte Menze. Die Kickers vertrauen aber auf eigene Stärken. Nach zuletzt sechs Gegentoren in zwei Spielen soll jedoch vor allem die Abwehr zu alter Stabilität zurückfinden. «Die haben exzellente Fußballer. Wir dürfen nicht viel zulassen», meinte der Offenbacher Trainer. Die Langzeitverletzten Tufan Tosunoglu, Sebastian Rode, Steffen Haas und Marc Heitmeier fehlen. Fragezeichen stehen hinter Maik Schutzbach und Christian Fröhlich.
Vom Herbsttitel kann der SV Wehen Wiesbaden derweil nur träumen. Zwar ist der Zweitliga-Absteiger vor dem Heimspiel gegen den Tabellen-Siebten SpVgg Unterhaching in der BRITA-Arena seit dem 1. September ungeschlagen. Aber Cheftrainer Hans Werner Moser ist trotz der vier Siege und zwei Unentschieden vorsichtig geworden. «Das wird wieder so ein Knallerspiel. Ich sehe Unterhaching auf einem Niveau mit Offenbach und Ingolstadt. Deshalb müssen wir von der ersten Sekunde an hellwach sein, so eine Schlafmützigkeit wie am vergangenen Wochenende dürfen wir uns nicht mehr erlauben.»
Die letzten drei Spiele sprechen für sich: 0:5 in Bremen, 3:3 gegen Offenbach und vergangene Woche 1:5 in Ingolstadt. Um die Abwehr zu stabilisieren, steht Kapitän Fabian Schönheim nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel wieder zur Verfügung. Auch Sascha Amstätter ist wieder fit. Ausfallen werden aber Kristjan Glibo (Prellung Schienbeinköpfchen), Lukas Billick (Reha), Thorsten Barg (Reha) und Tunay Acar (Rotsperre). Bei Unterhaching droht Gefahr für Wehen von Tobias Schweinsteiger, dem Bruder des Nationalspielers Bastian Schweinsteiger, der bereits elf Tore geschossen hat.