Sandhausen (dpa) - 22.11.2009, 10:40 Uhr
Weil er ins Visier der Ermittler im Fußball-Wettskandal geraten ist, hat Drittligist SV Sandhausen seinen Verteidiger Marcel Schuon eine Pause verordnet. Zugleich übte SV-Manager Tobias Gebert scharfe Kritik an Medien und Öffentlichkeit.
«Das mediale Kesseltreiben, das seit Freitagabend stattfindet, ist keinem Spieler zuzumuten», sagte er nach dem 2:2 (0:0) der Badener gegen Werder Bremen II der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Nach Rücksprache mit einem Anwalt haben wir entschieden, Marcel Schuon nicht aufzubieten.»
Gebert hatte bestätigt, dass gegen den 24-Jährigen, der vergangene Saison noch für den VfL Osnabrück spielte, ermittelt wird. Auch eine Hausdurchsuchung habe es gegeben. «Aber es wurde kein Haftbefehl erlassen. Er hat uns versichert, dass er nichts gemacht hat. Ich denke, in Deutschland gilt die Unschuldsvermutung», erklärte Gebert.
Für den Verein gebe es «Stand heute keinen Grund, an Schuons Unschuld zu zweifeln». Zudem betonte der Manager: «Es geht hier nicht um den SV Sandhausen. Es geht um eine Geschichte, die sich vergangene Saison in Osnabrück ereignet hat.»
Da hatte Schuon noch beim damaligen Zweitligisten VfL Osnabrück gespielt. Nach Informationen der «Neuen Osnabrücker Zeitung» soll es bei zwei VfL-Auswärtspartien in der Saison 2008/09 zu Manipulationen gekommen sein. Dabei soll es sich um die Spiele beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai 2009 handeln. Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte auf einer Pressekonferenz keine genauen Angaben über betroffene Spiele, Vereine und Personen gemacht.