Osnabrück (dpa) - 21.11.2009, 15:31 Uhr
Osnabrück (dpa) - Der Osnabrücker Fußballprofi Thomas Reichenberger hat vor der Drittliga-Partie gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund eine mögliche Beteiligung an Spielmanipulationen dementiert. Er habe niemals gegen Geld in irgendwelche Spiele eingegriffen, sagte der 35 Jahre alte Stürmer.
Vor dem Aufwärmen war die Osnabrücker Mannschaft um Reichenberger vor die Ostkurve getreten und hatte sich erklärt. Der Stürmer spielt bereits seit 2004 für den VfL. Gegen die Dortmunder saß er zunächst auf der Bank, so wie zuletzt häufiger.
«Der Thommy möchte Euch etwas sagen», sagt Manager Lothas Gans ins Mikro, dann trat der Kapitän vor: «Es ist viel auf mich eingeprasselt in den letzten Tagen. Aber ich kann Euch versichern: Ich hatte nie Kontakt mit der Wettmafia und habe mit dem Wettskandal nichts zu tun. Ich habe nie ein Spiel manipuliert oder Geld dafür genommen, schlecht zu spielen oder zu verlieren. Ich bin sicher, dass wir heute alle zusammen halten, das Spiel gewinnen und dann heute abend bei der Lila-Weißen Nacht zusammen feiern.»
Der Osnabrücker Vereins-Präsident Dirk Rasch befürchtet, dass die Relegationspartien für die 2. Bundesliga in der vergangenen Saison unter Manipulationsverdacht geraten könnten. «Offensichtlich ist nichts mehr auszuschließen», sagte Rasche «ZEIT ONLINE» in einem Interview. Nach zwei 0:1-Niederlagen gegen den SC Paderborn im vergangenen Sommer stiegen die Osnabrücker in die 3. Liga ab.
Zugleich kritisierte Rasch die Präventions-Instrumente des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). «In dem einen oder andern Fall mag das Frühwarnsystem des DFB funktioniert haben. Allgemein muss ich konstatieren, dass das Frühwarnsystem die globalisierte kriminelle Energie nicht stoppen kann», sagte Osnabrücks Präsident.