Offenbach (dpa) - 18.11.2009, 16:02 Uhr
Das einzige Hessen-Derby in der 3. Fußball-Liga lockt die Fans: Bis zu 9000 Zuschauer erwartet der SV Wehen Wiesbaden gegen Kickers Offenbach.
«Auch wenn wir Heimrecht haben: Die Kickers sind schon Favorit», sagte SVWW-Trainer Hans-Werner Moser. Die Ausgangslage spricht für den Traditionsclub vom Main. Mit 31 Punkten - zehn mehr als Wehen - thronen die Kickers auf Platz eins. Beim seit sechs Spielen ungeschlagenen OFC sind vor allem die Ex-Wehener Marko Kopilas und Stefan Zinnow heiß auf das Derby.
Die 0:5-Schlappe beim Nachwuchs von Werder Bremen am vergangenen Spieltag ist noch nicht ganz aus den Wiesbadener Köpfen. «Wir haben das Debakel aufgearbeitet», erklärte Moser. Erste Schritte zur Besserung sah er beim 4:0-Sieg im Testspiel gegen den Zweitligisten FSV Frankfurt. Gerade gegen Spitzenteams habe sein Team immer gute Leistungen gebracht. «Wir müssen Offenbach zu Fehlern zwingen. Wir haben Respekt, aber keine Angst», sagte Moser. Das Toreschießen ist allerdings nicht die Stärke des Zweitliga-Absteigers: Nur 18 sind es insgesamt, in den jüngsten drei Partien gingen die Wiesbadener gänzlich leer aus. Mosers Rezept: «Die Stürmer müssen sich untereinander mehr unter Druck setzen.»
Zwei, drei Veränderungen im Angriff kann sich der frühere Bundesliga-Profi vorstellen, der Stamm aber bleibt so unangetastet wie das taktische Gerüst. «Das 4:4:2-System passt am besten zu uns», erklärte der Trainer. «Die Mannschaft ist gewillt, das spüre ich im Training. Wenn wir unsere Fehler abstellen, können wir punkten.» Trotz der erwarteten 3500 Offenbacher Anhänger erwartet er ein echtes Heimspiel. «Das ist eine tolle Sache, dass uns so viele Fans begleiten - aber gerade deshalb ist das für unsere Mannschaft auch eine große Herausforderung», meinte OFC-Manager Andreas Möller.
«Ich kenne viele der Jungs noch von früher. Na klar, da freut man sich riesig auf so eine Begegnung», sagte Offenbachs 26-jähriger Abwehrspieler Kopilas. Vor allem mit seinem langjährigen Teamkollegen Danko Boskovic hat er eine enge Verbindung. «Ich war Trauzeuge bei seiner Hochzeit, und unser Kontakt ist immer noch sehr gut», sagte Kopilas, der nach abgesessener Gelbsperre voraussichtlich wieder ins Team zurückkehrt. Er warnte aber auch: «Es wird ein schweres Spiel. Wehen will Wiedergutmachung für die 0:5-Klatsche in Bremen.»
Durch den Dauerregen war das Training der Offenbacher in den letzten Tagen stark beeinträchtigt. Die Mannschaft musste erst auf den Hartplatz ausweichen, was dann später allerdings auch nicht mehr möglich war. So standen Steigerungsläufe im Wald an. Aber davon und von personellen Sorgen wollen sich die Kickers nicht aus dem Rhythmus bringen lassen: Nach dem Ausfall von Steffen Haas (Schulteroperation) soll Nils Pfingsten-Reddig dessen Position im zentralen Mittelfeld einnehmen. Über ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie könnte Benjamin Baier wieder im Kader stehen. «Es wird ein heißer Tanz, in dem wir kämpferisch und spielerisch dagegen halten müssen», sagte Trainer Steffen Menze.