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3. Liga trotz erhöhter TV-Gelder auf Sparkurs

Leipzig (dpa) - 21.07.2009, 13:01 Uhr

Der Geldbeutel in der 3. Fußball-Liga wird dünner: Trotz erhöhter TV-Einnahmen haben die Vereine in dieser Saison mit 59,3 Millionen Euro deutlich weniger Geld in den Kassen als im Premieren-Jahr.

In der vergangenen Spielzeit brachten es die Teams noch auf einen Gesamtetat von 70,25 Millionen Euro. Damit rangierte die dritthöchste Liga nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) immerhin vor den Top-Ligen der Handball-, Basketball- und Eishockey-Profis. «Die neue 3. Liga ist ein großer Fortschritt, sie gehört zum Besten, was der Fußball in Deutschland zu bieten hat», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger vor dem Saison-Start am 25. Juli.

Der Etat-Rückgang spiegelt sich aber auch in der Transferpolitik wieder. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab, war Marco Calamita bei Eintracht Braunschweig mit lediglich 50 000 Euro Ablöse-Gebühr teuerster Neuzugang. Dennoch sieht die DFB-Führung ihr «Produkt 3. Liga» auf einem guten Weg. So werden die Zahlungen aus den vermarkteten TV-Rechten weiter erhöht, auch soll demnächst ein Namenssponsor für die Liga präsentiert werden. In der ersten Saison hatten alle Clubs 620 000 Euro TV-Geld erhalten und lagen damit an der Spitze in Europa. Den englischen Drittliga-Teams standen 465 000 Euro zur Verfügung. Die Fußball-Kollegen aus Frankreich verbuchten 180 000 Euro, die in Spanien zwischen 20 000 und 90 000 Euro.

Den höchsten Etat für die kommenden 38 Partien hat der VfL Osnabrück. Der Absteiger kämpft mit 6,7 Millionen Euro um die Zweitliga-Rückkehr. Der hohe Etat hatte sich bereits mit 15 Neuzugängen bei der Personalplanung angedeutet. Mit deutlichem Abstand rangiert Holstein Kiel auf dem zweiten Rang. Der Aufsteiger rechnet mit 4,8 Millionen. Probleme in der Etat-Planung hat noch der FC Carl Zeiss Jena. Zwar steht mit 4,6 Millionen Euro das Budget- Ziel fest, dennoch fehlen den Thüringern nach Vereinsangaben 500 000 Euro. Zudem gibt es noch keinen neuen Trikot-Sponsor.

Mit 4,5 Millionen Euro startet Kickers Offenbach am 25. Juli gegen FC Erzgebirge Aue in die Saison. Mit einem Plus von 500 000 Euro gehören die Westfalen zu den wenigen Vereinen, die höhere Einnahmen verbuchen konnten. Um eine halbe Million Euro steigerte sich auch das Budget des SV Sandhausen (4 Millionen). Der größte Gewinner ist mit 1,7 Millionen Euro Steigerung Jahn Regensburg.


Die Liste der Clubs, die mit weniger Geld auskommen müssen, führt Eintracht Braunschweig an. Mit einem Minus von 4,7 Millionen Euro rutschte der Liga-Primus des Vorjahres mit 2,8 Millionen auf den letzten Platz der Etat-Tabelle ab. Deutliche Verluste musste auch Dynamo Dresden (2,1 Millionen) trotz der Zusammenarbeit mit Sport Five hinnehmen. Dennoch zählen viele Trainer die beiden Clubs zu den Aufstiegskandidaten. «Dresden traue ich einiges zu. Das ist ein schlafender Riese», sagte Aue-Coach Rico Schmitt.

Oben mitspielen will auch die SpVgg Unterhaching. Mit einem Etat von 2,8 Millionen Euro setzen die Bayern vor allem auf ihre acht Neuzugänge. Turbulent ging es beim Nachbarn Wacker Burghausen zu. Nachdem das Team durch den sportlichen Abstieg auseinandergebrochen war, mussten die Verantwortlichen nach dem Rückzug von Kickers Emden in wenigen Wochen alles neu aufstellen. Mit 2,8 Millionen Euro befinden sich die Bayern dennoch auf Augenhöhe mit den Clubs vom 1. FC Heidenheim, Wuppertaler SV und VfB Stuttgart II.

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